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Ministerium der Justiz
 

791-125

Verordnung über das Naturschutzgebiet Nonnenwies/Distelwies

Vom 20. August 2004
geändert durch die Verordnung vom 24. Januar 2006 (Amtsbl. S. 174).

Fundstelle: Amtsblatt 2004, S. 1850



Änderungsdaten

1.

geändert durch Verordnung vom 24. Januar 2006 (Amtsbl. S. 174)

Auf Grund des § 17 Saarländisches Naturschutzgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. März 1993 (Amtsbl. S. 346, 482), zuletzt geändert durch Gesetz vom 23. Juni 2004 (Amtsbl. S. 1550)[1], verordnet das Ministerium für Umwelt:

[1]

SNG vgl. BS-Nr. 791-14. Gemäß § 53 Abs. 3 SNG gelten Verweisungen auf das bisherige Gesetz als Verweisungen auf die entsprechenden Vorschriften des Ablösungsgesetzes fort.

§ 1

Schutzgebiet

(1) Das im Folgenden näher bestimmte Gebiet mit einer Größe von ca. 36 ha wird zum Naturschutzgebiet erklärt; es trägt die Bezeichnung Naturschutzgebiet „Nonnenwies/Distelwies“.

(2) Das Naturschutzgebiet liegt in Ensdorf und Bous am rechten Saarufer zwischen der neuen Querspange der B 269 vor dem Kraftwerk und dem ehemaligen Röhrenwerk in Bous.

Das Naturschutzgebiet umfasst die Grundstücke:

Gemeinde Ensdorf,

Gemarkung Ensdorf,

Flur 13,

Nr. 222/1;

Flur 12,

Nr. 1537/162, 1536/163, 956/163, 164, 1435/165, 165/1, 165/2, 1177/166, 1432/166, 1431/166, 1179/167, 1467/167, 1468/167, 168, 1434/169, 1433/169, 1277/170, 1278/170, 957/171, 958/171, 1538/172 bis 1547/172, 1548/173 bis 1554/173, 1555/174 bis 1561/174, 1562/175, 1563/175, 1564/176, 1565/176, 812/202, 203, 720/204, 721/204, 1348/205, 1349/206, 1350/207, 1351/211, 1352/212, 213 bis 215, 1247/216, 1248/216, 863/218, 864/218, 219 bis 231, 233/1, 1267/234, 1268/234, 1118/235, 1119/235, 237 bis 240, 1292/241, 1293/242, 1120/244, 1121/244, 245 bis 254, 763/255, 764/255, 256 bis 259, 932/260, 933/260, 845/261, 262, 263, 1206/264, 1207/264, 266 bis 272, 274/1, 895/275 bis 897/275, 276/1 bis 276/4, 959/279, 960/279, 280 bis 289, 1202/290, 1203/291, 292, 1147/293, 293/1, 296, 950/298, 299 bis 304, 1210/305, 1211/305, 306, 1105/307, 1357/387, 1358/388 bis 1361/388, 265, 550, 767/551, 768/551, 882/552, 1133/554, 1134/554, 555 bis 560, 1325/561, 1326/561, 1483/562, 1484/564, 1485/565, 566 bis 569, 963/570, 964/570, 965/571, 573/1, 574, 941/575, 942/575, 576 bis 581, 1181/582, 1182/582, 583, 584, 873/585, 874/585, 875/586, 876/586, 587 bis 593, 839/594, 840/595, 597 bis 600, 736/601, 737/601, 1327/602, 1328/603, 751/603, 1273/626, 1274/626, 530 bis 534, 1272/535, 1271/535, 1593/536, 1594/536, 1332/537, 1333/538, 1587/540, 1588/540, 1589/542, 1590/545 bis 1592/545, 911/546 bis 913/546, 547 bis 549, 389/2 bis 391/2, 393/2, 395/2, 395/4, 396/2, 396/4, 396/6, 398/2, 399/2, 400/2, 401/3, 402/2, 403/2, 403/4, 404/2, 405/4, 407/2, 409/2 bis 420/2, 424/3, 425/2, 426/2, 426/4, 427/3, 427/1, 447/2, 448 bis 450, 451/1, 452/1, 452/2, 453, 1417/454 bis 1419/456, 457 bis 459, 730/460, 731/460, 461, 462, 1439/463, 1440/463, 464, 465/4, 465/5, 1201/475, 1200/475, 1250/476, 1249/476, 477, 900/478, 901/478, 1199/479, 1597/479, 1599/480, 1598/480, 1595/480, 1315/481 bis 1317/481, 821/481, 482, 483, 470 bis 473, 474/3, 484/1, 1381/486, 1382/487, 1383/487, 493/2, 494/2, 1391/494, 1392/496, 1393/496, 497, 765/498, 766/498, 1284/499, 1285/499, 1254/500, 1232/501, 1233/501, 502/1, 1269/504, 1270/504, 505, 506, 1149/507, 1150/508, 1241/509, 1242/509, 824/510, 825/510, 511 bis 514, 949/515, 826/516, 1109/516, 1110/516, 848/517, 849/517, 905/518, 1080/519, 1081/520, 521 bis 523, 1415/524, 1416/525, 526, 1130/528 bis 1132/528, 1310/529, 1339/529, 1338/529, 1093/664, 1094/664, 665 bis 670, 744/671, 745/671, 922/672, 923/672, 673, 674/1, 1172/675, 676, 677, 1243/678, 1244/678, 680, 682 bis 684, 687/1, 1156/687, 688/1, 690 bis 693, 708/7, 708/5, 708/3, 709/2, 711/2, 712/2, 714/2, 717/2

sowie Teile aus Nr. 308/1, 309, 1362/310 bis 1366/314, 1367/314, 1368/315, 1369/315 bis 1375/321, 1376/321, 1377/322, 323, 324, 325/1, 325/2, 326/1, 326/2, 327/1, 327/2, 328 bis 330, 331/2, 331/1 bis 335/1, 335/2, 336 bis 339, 343, 344/1 bis 344/3, 345 bis 349, 350/1, 350/2, 351 bis 354, 428 bis 430, 355 bis 364, 365/1, 365/2, 366 bis 368, 369/1, 369/2, 370, 371/1, 371/2, 372 bis 377, 378/1, 378/2, 379/1, 379/2, 380, 381/1, 381/2, 382/1, 383 bis 386, 1343/194, 1344/196, 1345/197, 1346/197, 1347/199, 200/1, 200/2, 201, 748/202, 813/202, 604, 605, 606/1, 1460/627, 1461/629, 1462/631, 1463/632, 1464/634, 490/4, 662, 663, 723/3, 698/4, 698/2 bis 700/2, 702/2, 704/2, 706/2;

Flur 11,

Nr. 245/5 bis 247/5, 165/5, 166/5, 5/1, 317/6, 318/6, 129/6, 425/6, 426/6, 127/6, 369/6, 370/6, 261/6, 6/9, 6/10, 143/6, 262/6 bis 266/6, 415/6, 414/6, 185/6, 446/6 bis 448/6, 427/6 bis 432/6, 496/6, 497/6, 450/6 bis 452/6, 6/2, 363/38, 364/38, 218/40, 41/1, 221/43 bis 224/46, 384/47, 48/1, 51/1, 396/54, 397/55, 235/57 bis 239/61, 272/62, 273/63, 443/85, 64/7, 64/5, 65/2, 66/2, 70/2, 80/2, 81/2, 81/4, 82/2 bis 84/2

sowie Teile aus Nr. 6/7, 125/6, 361/6, 362/6, 375/99, 64/3;

Gemeinde Bous,

Gemarkung Bous,

Flur 1,

Nr. 1/6, 1/8, 80/7, 80/8, 3/3, 6/3, 11/3, 12/3, 15/3, 18/3, 20/3, 23/3, 25/3, 27/3, 28/3, 30/3, 32/3, 33/3, 36/3, 80/6, 87/3, 90/3, 80/9, 126/2, 127/3, 129/3, 133/3, 137/3, 148/1, 150/1, 152/1, 154/1, 156, 157, 431/158 bis 433/158, 84/1, 37 bis 40, 280/43, 281/45, 45/1, 46, 47, 50/1, 51, 52, 54/1, 56/1, 213/56, 427/57, 428/59 bis 430/61, 63/1, 64 bis 66

sowie Teile aus Nr. 143/1, 80/1, 83/1, 159/1, 161/1, 162 bis 164, 273/165, 274/165, 166, 1/4.

(3) Das Naturschutzgebiet ist in dem anliegenden Kartenausschnitt gekennzeichnet sowie in der Katasterkarte Maßstab 1 : 1.500 mit Randsignatur dargestellt. Die Katasterkarte wird im Ministerium für Umwelt - oberste Naturschutzbehörde, Saarbrücken, verwahrt. Eine weitere Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Saarlouis. Die Karte kann bei den genannten Behörden eingesehen werden.

(4) Das Naturschutzgebiet wird an den Hauptzugängen durch Aufstellung des amtlichen Schildes „Naturschutzgebiet“ gekennzeichnet.

§ 2

Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung, Pflege und Entwicklung einer der letzten naturnah ausgeprägten Auenflächen der Saar im Bereich des Naturraumes Mittleres Saartal

-

aus Gründen des Arten- und Biotopschutzes; die hier vorkommenden Lebensgemeinschaften der Großseggenriede, Röhrichte, mesotrophen Mädesüß-Hochstaudenfluren, Flutrasen, Quellfluren, Glatthaferwiesen, Erlen-Bruchwälder, Weidengebüsche und Baumhecken bieten in ihrer Vernetzung einer Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten, darunter seltenen und gefährdeten (z.B. Haarstrang-Wasserfenchel, Neuntöter) einen geeigneten Lebensraum;

-

wegen der besonderen hydrologischen Verhältnisse (stellenweise ganzjährige Vernässung des Standortes);

-

wegen der Seltenheit und besonderen Eigenart dieser Landschaft;

-

in ihrer Vernetzungsfunktion für die Wanderung, die geographische Verbreitung und den genetischen Austausch wild lebender Arten gemäß Artikel 10 der Richtlinie 92/43/EWG des Rates (FFH-Richtlinie).

§ 3

Verbote und Regelungen

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Maßnahmen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder nachhaltigen Störung des Naturschutzgebiets oder seiner Bestandteile führen oder dem Schutzzweck gemäß § 2 widersprechen.

Insbesondere ist verboten:

1.

bauliche Anlagen zu errichten, auch solche, die keiner Baugenehmigung bedürfen,

2.

das Naturschutzgebiet ohne Nutzungsrecht mit Kraftfahrzeugen zu befahren,

3.

außerhalb der vorhandenen Wege Rad zu fahren oder zu reiten,

4.

Entwässerungsmaßnahmen durchzuführen,

5.

wild wachsende Pflanzen einzubringen, zu entnehmen oder zu schädigen und Tiere auszusetzen oder zu stören,

6.

Hunde in der Zeit vom 1. März bis 1. Juli frei laufen zu lassen,

7.

Pflanzenschutzmittel einzusetzen.

(2) Die den besonderen Landschaftswert im Sinne des Schutzzwecks erhaltende landwirtschaftliche Nutzung ist auf bisher bewirtschafteten Flächen zulässig mit den Maßgaben, dass

-

kein Flächenumbruch und keine Nachsaat erfolgen,

-

Düngung nur am Entzug durch Ernte bemessen erfolgt,

-

keine Eingriffe in den Wasserhaushalt vorgenommen werden,

-

Mähwiesen ein- bis zweischürig gemäht werden,

-

Beweidung nur auf bisher beweideten Flächen oder als Nachbeweidung in extensiver Form durchgeführt wird,

-

in Gewässerrandstreifen von 10 m je Ufer keine Nutzung erfolgt.

Abweichungen von diesen Maßgaben sind zulässig, soweit dies der Pflege- und Entwicklungsplan nach § 5 Abs. 1 für die Nutzung der betroffenen Fläche vorgibt.

(3) Die Nutzung bestehender Wege, Straßen, Leitungen, Einrichtungen sowie die fischereiliche Nutzung der Gewässer sind im Rahmen bestehender Nutzungsrechte und Pachtverträge zulässig.

(4) Für die Ausübung der Jagd gilt § 30 Abs. 1 des Saarländischen Jagdgesetzes vom 27. Mai 1998 (Amtsbl. S. 638) [1] .

(5) Verkehrssicherungsmaßnahmen und Arbeiten zur Unterhaltung und Instandsetzung rechtmäßig bestehender Anlagen, Wege, Leitungen (einschließlich Leitungstrassen) und Einrichtungen sind ausschließlich in der Zeit vom 15. August bis 15. Februar zulässig; bei Gefahr im Verzug und bei unaufschiebbaren Arbeiten an Leitungsnetzen und Straßen gilt diese Fristbeschränkung nicht.

(6) Arbeiten zur Unterhaltung von Gewässern sind ausschließlich in der Zeit vom 15. Juli bis 15. Oktober zulässig; bei Gefahr im Verzug und bei Bauzeiten über 3 Monate Dauer gilt diese Fristbeschränkung nicht.

(7) Das Sammeln von Beeren, Früchten, Kräutern und Pilzen ist für den Eigenbedarf, ohne gewerblichen Nutzen, erlaubt.

[1]

SJG vgl. BS-Nr. 792-1.

§ 4

Ausnahmen

Die oberste Naturschutzbehörde kann im Einzelfall von Maßgaben nach § 3 für eine bisher rechtmäßig durchgeführte Nutzung oder für Maßnahmen geringen Umfangs Ausnahmen zulassen, wenn dadurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird. § 34 Abs. 2 Saarländisches Naturschutzgesetz bleibt unberührt.

§ 5

Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen

(1) Für das Naturschutzgebiet wird ein Pflege- und Entwicklungsplan vom Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz aufgestellt.

(2) Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen werden vom Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz oder unter dessen fachlicher Leitung durchgeführt. Die Empfehlungen für die Pflege von Biotopflächen in der offenen Landschaft vom 28. September 1995 (GMBl. S. 599) sollen beachtet werden.

(3) Bei Verpachtung der im Eigentum der Gemeinden Ensdorf und Bous, des Landes oder des Bundes befindlichen Grundstücke und bei vertraglichen Vereinbarungen zur Förderung der Nutzung sind die Vorgaben des Pflege- und Entwicklungsplans für die betroffene Fläche zu beachten.

§ 6

Duldungspflicht

Die Eigentümerinnen, Eigentümer und Nutzungsberechtigten von Grundstücken innerhalb des Naturschutzgebiets haben zu dulden, dass

1

die Grenzen des Schutzgebiets durch Aufstellung des amtlichen Schildes „Naturschutzgebiet“ gekennzeichnet werden,

2.

in das Liegenschaftskataster der Hinweis „Naturschutzgebiet“ aufgenommen wird.

§ 7

Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig nach § 38 Abs. 1 Nr. 9 Saarländisches Naturschutzgesetz handelt, wer im Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 3 Abs. 1

Nr. 1

bauliche Anlagen errichtet, auch solche, die keiner Baugenehmigung bedürfen,

Nr. 2

das Naturschutzgebiet ohne Nutzungsrecht mit Kraftfahrzeugen befährt,

Nr. 3

außerhalb der vorhandenen Wege Rad fährt oder reitet,

Nr. 4

Entwässerungsmaßnahmen durchführt,

Nr. 5

wild wachsende Pflanzen einbringt, entnimmt oder schädigt und Tiere aussetzt oder stört,

Nr. 6

Hunde in der Zeit vom 1. März bis 1. Juli frei laufen lässt,

Nr. 7

Pflanzenschutzmittel einsetzt.

§ 8

In-Kraft-Treten

Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung im Amtsblatt des Saarlandes in Kraft.

Anlage

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