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Ministerium der Justiz
 

2124-1-5

Verordnung
zur Durchführung der Weiterbildung in den Gesundheitsfachberufen
- Lehrkraft für Gesundheitsfachberufe -

Vom 20. November 2003
zuletzt geändert durch die Verordnung vom 24. November 2015 (Amtsbl. I S. 894).

Fundstelle: Amtsblatt 2003, S. 2947



Änderungsdaten

1.

geändert durch Art. 2 der Verordnung vom 27. September 2005 (Amtsbl. S. 1575)

2.

geändert durch Verordnung vom 24. Januar 2006 (Amtsbl. S. 174)

3.

geändert durch Gesetz vom 19. November 2008 (Amtsbl. S. 1930)

4.

geändert durch Artikel 3 Abs. 11 des Gesetzes vom 18. November 2010 (Amtsbl. I. S. 1420)

5.

§ 1 geändert durch Artikel 7 des Gesetzes vom 11. November 2015 (Amtsbl. I S. 878)

6.

§ 18 neu gefasst durch Artikel 15 der Verordnung vom 24. November 2015 (Amtsbl. I S. 894)

Auf Grund des § 6 des Gesetzes über die Weiterbildung in den Gesundheits- und Altenpflegefachberufen und die Ausübung des Berufes der Hebamme und des Entbindungspflegers (WuHG) vom 25. November 1998 (Amtsbl. 1999 S. 142) verordnet das Ministerium für Frauen, Arbeit, Gesundheit und Soziales:

Abschnitt 1

Allgemeine Bestimmungen

§ 1

Weiterbildungsbezeichnung

(1) Die Erlaubnis zum Führen einer in § 14 aufgeführten Weiterbildungsbezeichnung erhält, wer die Voraussetzungen des § 2 Abs. 2 Nr. 1 WuHG erfüllt und eine nach dieser Verordnung vorgeschriebene oder eine gleichwertige Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen hat.

(2) Über die Erlaubnis stellt das Landesamt für Gesundheit und Verbraucherschutz auf Antrag eine Urkunde nach dem Muster der Anlage 1 aus.

Dem Antrag sind als beglaubigte Kopien beizufügen:

- die Erlaubnis zur Führung der jeweiligen Berufsbezeichnung,

- das Prüfungszeugnis der Weiterbildung im jeweiligen Fachbereich,

- die Geburts- bzw. Heiratsurkunde oder Lebenspartnerschaftsurkunde.

§ 2

Weiterbildungseinrichtung

Eine Weiterbildungseinrichtung nach § 4 WuHG wird staatlich anerkannt, wenn

1.

die mit der Leitung der Weiterbildungsstätte betraute/n Person/en für diese Aufgabe fachlich und persönlich geeignet ist/sind,

2.

die erforderlichen fachlich und pädagogisch geeigneten Lehrkräfte für den Unterricht zur Verfügung stehen,

3.

die Leitung eines Weiterbildungslehrgangs, im Falle eines Leitungskollegiums mindestens eines seiner Mitglieder, die Erlaubnis zum Führen einer Berufsbezeichnung nach § 2 Abs. 2 WuHG in einem der Gesundheitsfachberufe besitzt, hauptberuflich an der Weiterbildungsstätte tätig ist und eine abgeschlossene Aus- oder Weiterbildung zur Unterrichtserteilung oder eine zumindest vergleichbare pädagogische Qualifikation besitzt,

4.

die für die Weiterbildung erforderlichen Räume, Einrichtungen, Lern- und Lehrmittel zur Verfügung stehen,

5.

ein detaillierter Rahmenlehrplan für die Weiterbildung mit Lernzielen und Dozentenqualifikation vorliegt,

6.

eine sinnvolle Koppelung der theoretischen und praktischen Weiterbildung gewährleistet ist und

7.

die Weiterbildungseinrichtung mit einer oder mehreren Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens verbunden ist, die die berufspraktischen Anteile für die Weiterbildung zur Lehrkraft für Gesundheitsfachberufe entsprechend dieser Verordnung gewährleisten.

§ 3

Lehrgänge

(1) Die Lehrgänge gliedern sich in theoretischen und praktischen Unterricht sowie berufspraktische Anteile.

(2) Die berufspraktischen Anteile werden, soweit es der Bedarf erfordert, in einer oder mehreren Einrichtungen nach § 2 Nr. 7 dieser Verordnung erbracht und können im Rahmen der beruflichen Tätigkeit wahrgenommen werden.

(3) Auf Antrag können Weiterbildungsinhalte anderer, insbesondere staatlich anerkannter, berufsspezifischer Weiterbildungen durch die oder den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses im Einvernehmen mit der Leitung der Weiterbildung angerechnet werden, wenn deren Inhalte gleichwertig und sie nicht länger als fünf Jahre vor Lehrgangsbeginn absolviert worden sind.

(4) Die Weiterbildungseinrichtung führt Nachweise über die Teilnahme am Unterricht sowie über die berufspraktischen Anteile.

§ 4

Ziel der Weiterbildung

(1) Die Weiterbildung soll die Teilnehmerinnen/Teilnehmer mit den vielfältigen Aufgaben der Lehrkraft für Gesundheitsfachberufe vertraut machen und ihnen die zur Erfüllung dieser Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fertigkeiten und Verhaltsweisen vermitteln.

(2) Daneben soll die Weiterbildung befähigen zur

-

Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle und dem aktuellen Berufsfeld in dem jeweiligen Gesundheitsfachberuf unter Berücksichtigung der historischen Entwicklung und der Zukunftsperspektiven,

-

Bewältigung beruflicher Belastungen und selbständigen Entwicklung von Problemlösungsmöglichkeiten.

§ 5

Prüfungsausschuss

(1) Zur Durchführung der Prüfung ist ein Prüfungsausschuss gemäß § 5 Abs. 2 des WuHG zu bilden.

(2) Die zuständige Behörde kann eine dem Lehrgang entsprechend qualifizierte Fachkraft nach WuHG mit dem Vorsitz beauftragen. Diese darf jedoch nicht mit der Leitung der Weiterbildungseinrichtung, an der die Weiterbildung durchgeführt wird, identisch sein.

(3) Wird für mehrere Weiterbildungseinrichtungen ein gemeinsamer Prüfungsausschuss eingerichtet, ist die Beteiligung der einzelnen Weiterbildungseinrichtungen bei der Ernennung der Mitglieder des Prüfungsausschusses nach § 5 Abs. 2 Nr. 2 und 3 WuHG zu berücksichtigen.

§ 6

Festsetzung der Prüfungstermine und Zulassung zur Prüfung

(1) Die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses setzt im Einvernehmen mit der Leitung der Weiterbildungseinrichtung die Prüfungstermine fest. Die einzelnen Prüfungsteile müssen in den letzten drei Monaten der Weiterbildung liegen, mit Ausnahme der Themenarbeit.

(2) Der Antrag auf Zulassung zur Prüfung ist spätestens vier Monate vor Ende der Weiterbildung bei der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses über die Leitung der Weiterbildung zu stellen. Dem Antrag sind beizufügen:

1.

die Erlaubnis nach § 2 Abs. 2 Nr. 1 WuHG in beglaubigter Abschrift oder Ablichtung,

2.

eine Bescheinigung der Weiterbildungseinrichtung über die regelmäßige Teilnahme am theoretischen und praktischen Unterricht sowie den berufspraktischen Anteilen.

Eine regelmäßige Teilnahme liegt vor, wenn die Fehlzeiten nicht mehr als 15 % des vorgeschriebenen Unterrichtes und nicht mehr als 15 % der berufspraktischen Anteile betragen. Dies beinhaltet auch durch Attest belegte Fehltage wegenKrankheit.

(3) Die Entscheidung über die Zulassung und die Prüfungstermine werden dem Prüfling spätestens zwei Wochen vor Beginn der Prüfung schriftlich mitgeteilt. Die Ablehnung der Zulassung ist zu begründen.

§ 7

Rücktritt von der Prüfung, Prüfungsversäumnis, Täuschungshandlung

(1) Ist der Prüfling durch Krankheit oder sonstige von ihm nicht zu vertretende Umstände an der Ablegung der Prüfung oder von Prüfungsteilen verhindert, so hat er dies unverzüglich der oder dem Prüfungsvorsitzenden mitzuteilen und bei Krankheit durch ein ärztliches Zeugnis, im Übrigen in sonst geeigneter Form, nachzuweisen.

(2) Genehmigt die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses das Versäumnis oder den Rücktritt von Teilen der Prüfung, gilt dieser Prüfungsteil als nicht abgelegt. Der Prüfungsausschuss entscheidet, in welchem Umfang die bereits geprüften Prüfungsteile anzurechnen sind.

(3) Erscheint der Prüfling ohne ausreichende Begründung an einem Prüfungstag nicht oder genehmigt die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses das Versäumnis oder den Rücktritt von Teilen der Prüfung nicht, gilt dieser Prüfungsteil als nicht bestanden.

(4) Über die Folgen eines Täuschungsversuchs oder eines Ordnungsverstoßes entscheidet der Prüfungsausschuss nach Anhörung des Prüflings. Er kann nach der Schwere der Verfehlung die Wiederholung einzelner oder mehrerer Prüfungsleistungen anordnen oder die Prüfung für nicht bestanden erklären.

(5) Hat der Prüfling bei der Prüfung getäuscht und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung des Zeugnisses bekannt, so kann der Prüfungsausschuss auch nachträglich die Prüfung als nicht bestanden erklären, jedoch nur innerhalb einer Frist von drei Jahren nach dem Tage der Ausstellung des Prüfungszeugnisses.

§ 8

Durchführung der Prüfung

(1) Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil.

(2) Die Prüfung ist nicht öffentlich. Beauftragte der zuständigen Aufsichtsbehörde und des Ministeriums für Justiz, Gesundheit und Soziales können bei den Prüfungen anwesend sein.

(3) Die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses leitet die Prüfung. Sie oder er bestimmt im Einvernehmen mit der Leitung der Weiterbildungseinrichtung die Prüferinnen und Prüfer für die einzelnen Fächer.

(4) Für jeden Prüfling ist über jeden Prüfungsteil eine Niederschrift anzufertigen, die von den jeweiligen Prüferinnen und Prüfern zu unterschreiben ist.

§ 9

Schriftlicher Teil der Prüfung

(1) Der schriftliche Teil der Prüfung besteht aus einer während der Weiterbildung innerhalb von 6 Monaten selbstständig zu fertigenden schriftlichen Themenarbeit sowie je einer unter Aufsicht zu fertigenden schriftlichen Abschlussarbeit in den Lernbereichen Erziehungswissenschaft, Berufswissenschaft, Sozialwissenschaft sowie Rechts- und Wirtschaftswissenschaft.

(2) Das Thema der Themenarbeit bestimmt die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses im Einvernehmen mit der Leiterin oder dem Leiter der Weiterbildung auf Vorschlag des Prüflings.

(3) Die Aufsichtsarbeiten werden von der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses auf Vorschlag und im Einvernehmen mit der Leitung der Weiterbildung bestimmt. Eine Aufsichtsarbeit darf drei Zeitstunden nicht überschreiten.

(4) Die Themenarbeitund die Aufsichtsarbeiten sind von mindestens zwei Mitgliedern des Prüfungsausschusses unabhängig voneinander zu bewerten. Bei unterschiedlicher Beurteilung über Bestehen oder Nichtbestehen entscheidet die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses.

(5) Liefert der Prüfling die Arbeit/en ohne ausreichende Entschuldigung nicht oder nicht fristgerecht ab, so wird/werden sie mit „ungenügend“ bewertet.

§ 10

Mündlicher Teil der Prüfung

(1) Der mündliche Teil der Prüfung wird vor dem Prüfungsausschuss abgelegt. Er besteht aus einem Prüfungsgespräch aus dem erziehungswissenschaftlichen Lernbereich, über einen vom Prüfling gewählten Schwerpunkt seiner Weiterbildung sowie einem Fragenteil. Der Fragenteil bezieht sich auf die Fachbereiche, die nicht Gegenstand des Prüfungsgesprächs sind.

(2) Die Prüfung erfolgt als Einzelprüfung. Die Prüfungsdauer soll mindestens 15 Minuten betragen und 30 Minuten nicht überschreiten.

§ 11

Praktische Prüfung

Der praktische Teil der Prüfung findet als Lehrprobe in einer Unterrichtseinheit statt und soll 90 Minuten betragen. Es ist dazu ein Unterricht vorzubereiten, durchzuführen und zu reflektieren.

§ 12

Prüfungsergebnisse

(1) Für die Bewertung der einzelnen Prüfungsteile und des Gesamtergebnisses gelten die folgenden Grundsätze:

 

„sehr gut“

= wenn die Leistung den Anforderungen in besonderem Maße entspricht (13 - 15 Punkte),

„gut“

= wenn die Leistung den Anforderungen voll entspricht (10 - 12 Punkte),

„befriedigend“

= wenn die Leistung im Allgemeinen den Anforderungen entspricht (7 - 9 Punkte),

„ausreichend“

= wenn die Leistung zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen noch entspricht (4 - 6 Punkte),

„mangelhaft“

= wenn die Leistung den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen lässt, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden können (1 - 3 Punkte),

„ungenügend“

= wenn die Leistung den Anforderungen nicht entspricht und selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft sind, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden können
(0 Punkte).

 

(2) Nach den Ergebnissen der schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung stellt der Prüfungsausschuss das Gesamtergebnis der Prüfung fest. In Zweifelsfällen können Leistungen, die während des Lehrgangs erbracht wurden, berücksichtigt werden. Der Prüfungsausschuss entscheidet mit Stimmenmehrheit, Stimmenthaltung ist unzulässig.

(3) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeder der Prüfungsteile mit mindestens 4 Punkten („ausreichend“) bewertet wird.

(4) Über die bestandene Prüfung ist ein Prüfungszeugnis nach dem Muster der Anlage 2 zu erteilen.

(5) Es wird keine Prüfungsgebühr erhoben.

§ 13

Aufsicht

Die Aufsicht über die Weiterbildung liegt beim Landesamt für Gesundheit und Verbraucherschutz.

Abschnitt 2

§ 14

Weiterbildungsbezeichnung

Die Weiterbildungsbezeichnung nach § 2 WuHG in Verbindung mit Abschnitt 1 dieser Verordnung lautet:

„Staatlich anerkannte Lehrkraft für Gesundheitsfachberufe“(Fachrichtung ........).

Entsprechend dem zugrunde liegenden Ausbildungsberuf werden folgende Fachrichtungen ausgewiesen:

1.

Kranken- und Kinderkrankenpflege,

2.

Hebammenwesen,

3.

Altenpflege,

4.

Logopädie,

5.

Medizinisch-technische Laboratoriumsassistenz,

6.

Medizinisch-technische Radiologieassistenz,

7.

Medizinisch-technische Funktionsdiagnostik,

8.

Ergotherapie,

9.

Physiotherapie,

10.

Diätassistenz,

11.

Rettungsassistenz,

12.

Orthoptik und

13.

Podologie.

§ 15

Tätigkeitsbereiche

(1) Die Weiterbildung soll künftige Lehrkräfte in den Gesundheitsfachberufen befähigen, die Aufgaben der Lehrtätigkeit, der pädagogischen Arbeit, der Schulorganisation und der Leitungsfunktion an Schulen für Gesundheitsfachberufe wahrzunehmen. In der Weiterbildung sollen die Kenntnisse, Fähigkeiten, Verhaltensweisen und Einstellungen erworben werden können, die zur Erfüllung dieser Aufgaben erforderlich sind.

(2) Das Weiterbildungsziel soll insbesondere die Befähigung zur Übernahme folgender Aufgaben berücksichtigen:

1.

Festlegen des Aus-, Fort- und Weiterbildungsstandards sowie Erstellung und Einhaltung des theoretischen und praktischen Aus-, Fort- und Weiterbildungsplans,

2.

Lehrtätigkeit, d.h. die Planung, Realisierung und Evaluation des theoretischen und fachpraktischen Unterrichts unter Berücksichtigung des fachdidaktischen Wissenschaftsstandes,

3.

Gewährleistung und Verantwortung der Umsetzung bzw. Einhaltung eines durch das Ministerium anerkannten Curriculums,

4.

Wahrnehmung der pädagogischen Verantwortung und deren Legitimation in der Bildungsarbeit,

5.

Planung und Durchführung von Beurteilungsverfahren und Leistungskontrollen von Schülerinnen/Schülern sowie Fort- und Weiterbildungsteilnehmerinnen/Weiterbildungsteilnehmern,

6.

Planung, Organisation und Begleitung von Aus-, Fort- und Weiterbildungslehrgängen unter Berücksichtigung der gesetzlichen Bestimmungen,

7.

Organisatorische Gestaltung von Schulen für Gesundheitsfachberufe auf ökonomisch vertretbarer Basis unter Einhaltung der qualitätssichernden Maßnahmen und gesetzlichen Bestimmungen,

8.

Anleitung, Begleitung und Evaluation von Assistentinnen/Assistenten, Praktikantinnen/Praktikanten und Studierenden der Gesundheitsfachberufe,

9.

Führung und Beurteilung der Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter in den Schulen der Gesundheitsfachberufe,

10.

Öffentlichkeitsarbeit, u.a. Mitwirkung in Gremien sowie Beteiligung an der fachdidaktischen Entwicklung, Entwicklung des Berufsbildes und

11.

Ausübung der Lehrtätigkeit und pädagogischen Arbeit auf dem jeweils aktuellen fachdidaktischen Wissens- und Erkenntnisstand.

§ 16

Dauer, Inhalt und Durchführung der Weiterbildung

(1) Die Weiterbildung zur Lehrkraft für Gesundheitsfachberufe dauert im Regelfall zwei Jahre und soll in Teilzeitform vier Jahre nicht überschreiten. Die Weiterbildung umfasst mindestens 2.100 theoretische und praktische Unterrichtsstunden sowie mindestens 1.000 Stunden berufspraktischer Anteile. Unabhängig von der Form des Lehrgangs müssen die Mindeststundenzahlen eingehalten werden.

(2) Der Rahmenlehrplan für die theoretischen und praktischen Unterrichtsstunden umfasst folgende Lernbereiche:

1.

Sozialwissenschaftlicher Bereich (mit mindestens 600 Unterrichtsstunden)

insbesondere in den Fächern

1.1.

Ethik und Anthropologie,

1.2.

Psychologie,

1.3.

Soziologie und Gerontologie.

2.

Berufswissenschaftlicher Bereich (mit mindestens 500 Unterrichtsstunden)

insbesondere zu den Themenbereichen

2.1.

Wissenschaft, Theorien und Modelle der Pflege sowie der anderen Gesundheitsfachberufe,

2.2.

Gesundheits- und Sozialpolitik.

3.

Erziehungswissenschaftlicher Bereich (mit mindestens 700 Unterrichtsstunden)

insbesondere in den Fächern

3.1.

Pädagogik,

3.2.

Didaktik und

3.3.

Fachdidaktik.

4.

Rechts- und wirtschaftswissenschaftlicher Bereich (mit mindestens 300 Unterrichtsstunden)

insbesondere in den Fächern

4.1.

Volks- und Betriebswirtschaftslehre,

4.2.

Rechtsgrundlagen des Gesundheits- und Sozialwesens,

4.3.

Rechtsstrukturen des Bildungssystems.

(3) Der Rahmenlehrplan für die berufspraktischen Anteile muss Lehrtätigkeiten in wichtigen Einsatzbereichen der beruflichen Bildung umfassen. Davon sind mindestens 750 Stunden an Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtungen für Gesundheitsfachberufe auszuweisen. Im fachpraktischen Unterricht sind selbstständige Unterrichtsversuche sowie mindestens drei Lehrproben vorzusehen.

§ 17

Übergangsregelungen

Eine vor In-Kraft-Treten der Verordnung abgeschlossene oder begonnene Weiterbildung zur Lehrkraft in einem Gesundheitsfachberuf wird für eine Übergangsfrist von zwei Jahren nach In-Kraft-Treten der Verordnung auf Antrag anerkannt, wenn die Gleichwertigkeit im Sinne dieser Verordnung gegeben ist. Der Antrag ist beim Landesamt für Gesundheit und Verbraucherschutz zu stellen.

§ 18

Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft.

Anlage 1

(zu § 1)

Frau/Herr........................................................................................................................................................................................

geboren am..................................................................................... in..........................................................................................

mit der Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung

.........................................................................................................................................................................................................

vom.................................................................................................................................................................................................

ist berechtigt, gemäß dem Gesetz über die Weiterbildung in den Gesundheits- und Altenpflegefachberufen und die Ausübung des Berufes der Hebamme und des Entbindungspflegers, in Verbindung mit der Verordnung zur Durchführung der Weiterbildung in den Gesundheitsfachberufen die Weiterbildungsbezeichnung

„Staatlich anerkannte Lehrkraft für Gesundheitsfachberufe“

(Fachrichtung .............)

zu führen.

........................................., den ......................................... ................................................................................

(Unterschrift)

Anlage 2

(zu § 12)

Frau/Herr........................................................................................................................................................................................

geboren am..................................................................................... in..........................................................................................

hat an einem Weiterbildungslehrgang gemäß der Verordnung zur Durchführung der Weiterbildung in den Gesundheitsfachberufen teilgenommen und die vorgeschriebene Prüfung zum Erwerb der Weiterbildungsbezeichnung

„Staatlich anerkannte Lehrkraft für Gesundheitsfachberufe“

(Fachrichtung .............)

vor dem Prüfungsausschuss bei der staatlich anerkannten Weiterbildungseinrichtung

............................................................ in ............................................................

bestanden.

Sie/Er hat folgende Prüfungsleistungen erbracht:

1. schriftliche Prüfung: .............................................

2. mündliche Prüfung: .............................................

3. praktische Prüfung: .............................................

........................................., den ......................................... ................................................................................

Die/Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses

(Siegel)

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