223-2-41a

Verordnung - Schul- und Prüfungsordnung - über die Ausbildung und Prüfung
an Akademien für Erzieher und Erzieherinnen - Fachschulen für Sozialpädagogik -
(APO-FSP)

Vom 10. Mai 2004
zuletzt geändert durch die Verordnung vom 11. Juli 2016 (Amtsbl. I S. 561)

Fundstelle: Amtsblatt 2004, S. 1110



Änderungen

1.

§§ 6 und 53 geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 21. Mai 2007 (Amtsbl. S. 1114)

2.

§ 53 geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom 2. Juni 2008 (Amtsbl. S. 1002)

3.

Überschrift Abschnitt IV, § 53 und Anlage 6 geändert durch Artikel 10 des Gesetzes vom 16. Oktober 2012 (Amtsbl. I S. 437)

4.

mehrfach geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 19. Juli 2013 (Amtsbl. I S. 248)

5.

§§ 1, 19 und 53 geändert durch Artikel 3 der Verordnung vom 6. Juli 2015 (Amtsbl. I S. 464)

6.

§ 53 neu gefasst durch Artikel 1 der Verordnung vom 18. Dezember 2015 (Amtsbl. I 2016 S. 19)

7.

mehrfach geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom 11. Juli 2016 (Amtsbl. I S. 561)

Aufgrund des § 33 Abs. 1 bis 5 des Gesetzes zur Ordnung des Schulwesens im Saarland (Schulordnungsgesetz: SchoG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. August 1996 (Amtsbl. S. 846; 1997, S. 147), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 31. März 2004 (Amtsbl. S. 1037), verordnet das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft:

Inhaltsübersicht
Abschnitt I
Geltungsbereich
§ 1 Betroffene Schulen
Abschnitt II
Ausbildung
a) Allgemeine Bestimmungen
§ 2 Ziel der Ausbildung
§ 3 Dauer und Gliederung der Ausbildung
§ 4 Leistungsbewertung
b) Aufnahme
§ 5 Aufnahmevoraussetzungen
§ 6 Vorpraktikum
§ 7 Aufnahmeverfahren
§ 8 Auswahlverfahren
c) Ausbildungsinhalte
§ 9 Fachtheoretische Ausbildung
§ 10 Sozialpädagogisches Praktikum
§ 11 Fachpraktische Ausbildung
d) Schulzeugnisse
§ 12 Zeugnisarten, Zeugnisausstellung
§ 13 Zeugnisnoten und sonstige Zeugniseintragungen
§ 14 Festsetzung der Zeugnisnoten
§ 15 Zeugnisausgabe, Bestätigung der Kenntnisnahme
Abschnitt III
Staatliche Abschlussprüfung
Unterabschnitt 1
Erste Teilprüfung
a) Allgemeine Bestimmungen
§ 16 Zweck der ersten Teilprüfung
§ 17 Gliederung der ersten Teilprüfung
§ 18 Ort und Zeit der ersten Teilprüfung
§ 19 Zulassung zur Prüfung, Rücktritt und Säumnis
§ 20 Teilnahme von Schulfremden
§ 21 Prüfungsfächer und Prüfungslernfelder
§ 22 Prüfungsnoten
§ 23 Prüfungsliste
§ 24 Festsetzung der Vornoten
b) Schriftliche Prüfung
§ 25 Gegenstand und Dauer der schriftlichen Prüfung
§ 26 Prüfungsaufgaben
§ 27 Durchführung der schriftlichen Prüfung
§ 28 Beurteilung der Prüfungsarbeiten
c) Mündliche Prüfung
§ 29 Prüfungskommission
§ 30 Gegenstand der mündlichen Prüfung
§ 31 Umfang der mündlichen Prüfung
§ 32 Bekanntgabe der bisherigen Prüfungsergebnisse
§ 33 Äußere Vorbereitung der mündlichen Prüfung
§ 34 Durchführung der mündlichen Prüfung
d) Abschluss der ersten Teilprüfung
§ 35 Festsetzung der Endnoten
§ 36 Ergebnis der ersten Teilprüfung
§ 37 Zeugnis über die erste Teilprüfung
§ 38 Abgangszeugnis
e) Besondere Bestimmungen
§ 39 Nachteilsausgleich für behinderte Prüflinge
§ 40 Wiederholung der ersten Teilprüfung
§ 41 Täuschungsversuche und Verstöße gegen die Ordnung
§ 42 Verschwiegenheitspflicht
Unterabschnitt 2
Zweite Teilprüfung
§ 43 Zweck der zweiten Teilprüfung
§ 44 Form, Ort und Zeit der zweiten Teilprüfung
§ 45 Zulassung und Teilnahme
§ 46 Prüfungskommission
§ 47 Durchführung der zweiten Teilprüfung
§ 48 Ergebnis der zweiten Teilprüfung
§ 49 Wiederholung der zweiten Teilprüfung
§ 50 Täuschungsversuche, Ordnungsverstöße, Verschwiegenheitspflicht
§ 51 Abschlusszeugnis mit Fachhochschulreife, Urkunde über die Berufsbezeichnung
§ 52 Bescheinigung über die fachpraktische Ausbildung
Abschnitt IV
Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen
§ 53 Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen
Abschnitt V
Schlussvorschriften
§ 54 Inkrafttreten, Außerkrafttreten
§ 55 Übergangsregelung

Abschnitt I

Geltungsbereich

§ 1

Betroffene Schulen

(1) Diese Verordnung gilt für öffentliche Akademien für Erzieher und Erzieherinnen - Fachschulen für Sozialpädagogik.

(2) Sie gilt gemäß § 18 Absatz 2 des Privatschulgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. Mai 1985 (Amtsbl. S. 610), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 16. November 2011 (Amtsbl. I S. 422), in der jeweils geltenden Fassung auch für staatlich anerkannte Ersatzschulen in privater Trägerschaft, die den in Absatz 1 genannten Schulen entsprechen.

Abschnitt II

Ausbildung

a) Allgemeine Bestimmungen

§ 2

Ziel der Ausbildung

(1) Ziel der Ausbildung an Akademien für Erzieher und Erzieherinnen - Fachschulen für Sozialpädagogik - ist die Befähigung, Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsaufgaben zu übernehmen und in allen sozialpädagogischen Bereichen, insbesondere in Kindertageseinrichtungen und Heimen, als Erzieher oder Erzieherin selbstständig und eigenverantwortlich tätig zu sein.

(2) Die Ausbildung schließt mit einer staatlichen Prüfung, bestehend aus zwei Teilprüfungen, ab. Die erfolgreich abgelegte Prüfung verleiht die Berechtigung zur Führung der Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannter Erzieher/Staatlich anerkannte Erzieherin“.

(3) Mit der erfolgreich abgelegten Abschlussprüfung wird zudem die Fachhochschulreife erworben.

§ 3

Dauer und Gliederung der Ausbildung

(1) Die Ausbildung zum Erzieher oder zur Erzieherin dauert drei Jahre, unter Einbeziehung eines einjährigen beruflichen Vorpraktikums für Bewerber und Bewerberinnen ohne Berufsausbildung oder sonstige berufliche Qualifizierung vier Jahre. Sie gliedert sich neben dem Vorpraktikum in

1.

eine fachtheoretische Ausbildung von zwei Jahren (Unter- und Oberstufe) mit eingeschlossenen Praxisanteilen an der Akademie für Erzieher und Erzieherinnen - Fachschule für Sozialpädagogik - und

2.

eine anschließende fachpraktische Ausbildung im Umfang von mindestens 1.500 Stunden in geeigneten Praxiseinrichtungen, die von Arbeitsgemeinschaften an der Fachschule begleitet wird.

(2) Fachtheoretische und fachpraktische Ausbildung sind eng aufeinander bezogen. Die fachtheoretische Ausbildung gliedert sich in einen Pflichtbereich und einen Wahlpflichtbereich. Am Ende des fachtheoretischen Ausbildungsabschnitts wird die erste Teilprüfung, am Ende des fachpraktischen Ausbildungsabschnitts die zweite Teilprüfung abgelegt.

§ 4

Leistungsbewertung

(1) Für die Bewertung der Leistungen während der fachtheoretischen und fachpraktischen Ausbildung gelten folgende Notenstufen:

sehr gut

(1) =

eine den Anforderungen in besonderem Maße entsprechende Leistung;

gut

(2) =

eine den Anforderungen voll entsprechende Leistung;

befriedigend

(3) =

eine den Anforderungen im Allgemeinen entsprechende Leistung;

ausreichend

(4) =

eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen noch entspricht;

mangelhaft

(5) =

eine den Anforderungen nicht entsprechende Leistung, die jedoch erkennen lässt, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden könnten;

ungenügend

(6) =

eine den Anforderungen nicht entsprechende Leistung, bei der selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft sind, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden könnten.

(2) Zwischennoten und Bewertungszusätze sind nicht zulässig. In den Prüfungsarbeiten und in den Zeugnissen sowie in den Beurteilungen und Bewährungsberichten über die fachpraktische Ausbildung sind die Noten in Wortbezeichnungen auszuweisen.

b) Aufnahme

§ 5

Aufnahmevoraussetzungen

(1) In eine Akademie für Erzieher und Erzieherinnen - Fachschule für Sozialpädagogik - kann aufgenommen werden, wer folgende Voraussetzungen erfüllt und nachweist:

1.

einen mittleren Bildungsabschluss,

2.

eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung oder
eine mindestens vierjährige, für den Besuch der Fachschule förderliche hauptberufliche Tätigkeit oder
eine sonstige von der Schulaufsichtsbehörde [2] als gleichwertig anerkannte schulische oder berufspraktische Qualifizierung,

3.

die gesundheitliche Eignung für den Beruf eines Erziehers oder einer Erzieherin.

(2) Die in Absatz 1 Nr. 1 und 2 genannten Voraussetzungen werden auch durch den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zum staatlich anerkannten Kinderpfleger/zur staatlich anerkannten Kinderpflegerin oder zur staatlich geprüften Fachkraft für Haushaltsführung und ambulante Betreuung erfüllt, soweit die Berechtigungen eines mittleren Bildungsabschlusses eingeschlossen sind.

(3) Die in Absatz 1 Nr. 2 genannten Voraussetzungen können durch die erfolgreiche Teilnahme an einem einjährigen beruflichen Vorpraktikum in geeigneten Praxiseinrichtungen, das durch einen erfolgreich absolvierten Vorbereitungskurs an der Fachschule begleitet wird, ersetzt werden.

[2]

Vgl. § 57 Abs. 1 SchoG - BS-Nr. 223-2.

§ 6

Vorpraktikum

(1) Das berufliche Vorpraktikum wird in dualisierter Form durchgeführt. Es findet in der Regel an drei Tagen in der Woche unter Anleitung qualifizierter Fachkräfte in sozialpädagogischen Einrichtungen statt, insbesondere in Kindertageseinrichtungen und Heimen, deren Eignung als Praxiseinrichtung vom Landesjugendamt aufgrund eines bei diesem einzureichenden formgebundenen Antrags festgestellt worden ist. Das Vorpraktikum wird durch einen schulischen Vorbereitungskurs an der Akademie für Erzieher und Erzieherinnen - Fachschule für Sozialpädagogik -, der sich in der Regel auf zwei Wochentage erstreckt, fachtheoretisch begleitet. Das Vorpraktikum dauert grundsätzlich ein ganzes Jahr; es wird durch die Schulferien am Lernort der Praxiseinrichtung nur insoweit unterbrochen, als diese über Teile der Schulferien geschlossen ist.

(2) Die Stellung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Vorpraktikum ist gekennzeichnet durch die duale Beziehung der beiden Lernorte Praxiseinrichtung und Vorbereitungskurs an der Fachschule. Auf der Grundlage eines mit der Praxiseinrichtung abzuschließenden Praktikantenvertrags besteht ein Praktikantenverhältnis mit der Folge, dass die Teilnehmer und Teilnehmerinnen insoweit Angehörige der Praxiseinrichtung sind. Zugleich wird durch die Teilnahme am Vorbereitungskurs ein Schulverhältnis begründet. Beide Lernorte informieren sich gegenseitig über Leistungsstand und Ausbildungsfortschritt.

(3) Über den zeitlichen Ablauf und den Inhalt des Vorpraktikums in der Praxiseinrichtung hat der Teilnehmer oder die Teilnehmerin ein Berichtsheft zu führen. Praxiseinrichtung und zuständige Lehrkraft des Vorbereitungskurses haben die Führung des Berichtshefts zu überwachen und sich dieses zur Durchsicht vorlegen zu lassen. Der Teilnehmer oder die Teilnehmerin beendet das Vorpraktikum mit einem zusammenfassenden Tätigkeitsbericht über den gesamten Praktikumseinsatz. Das Berichtsheft und der Tätigkeitsbericht sind bei der Feststellung des Praktikumserfolgs zu berücksichtigen.

(4) Die Praxiseinrichtung stellt fest, ob das bei ihr durchgeführte Vorpraktikum mit Erfolg absolviert worden ist und bestätigt dies in einem Praktikantenzeugnis mit der Eintragung „erfolgreich“ oder „nicht erfolgreich“. Entsprechendes gilt für ein von der Schule auszustellendes Zeugnis über die Teilnahme an dem begleitenden Vorbereitungskurs; die Feststellung „erfolgreich“ oder „nicht erfolgreich“ trifft die Klassenkonferenz des Vorbereitungskurses unter Vorsitz des Schulleiters oder der Schulleiterin. Das Vorpraktikum ist bestanden, wenn das Praktikantenzeugnis der Praxiseinrichtung und das Zeugnis der Schule über die Teilnahme an dem begleitenden Vorbereitungskurs mit der Eintragung beziehungsweise der Feststellung „erfolgreich“ abschließen. Ein nicht bestandenes Vorpraktikum kann nur einmal wiederholt werden. Eine Wiederholung in Teilen ist nicht möglich. Die Zeugnisse nach den Sätzen 1 und 2 mit einer jeweils „erfolgreich“ lautenden Eintragung beziehungsweise Feststellung sind als Nachweis der Aufnahmevoraussetzung nach § 5 Absatz 3 vorzulegen.

(5) Die maßgebenden Ausbildungsinhalte des Vorpraktikums ergeben sich aus einem Ausbildungsplan, den die Schulaufsichtsbehörde in Abstimmung mit dem Landesjugendamt festlegt und dessen Umsetzung am Lernort der Praxiseinrichtung vom Landesjugendamt begleitet wird.

§ 7

Aufnahmeverfahren

(1) Die Aufnahme in eine Akademie für Erzieher und Erzieherinnen - Fachschule für Sozialpädagogik - ist bis zu einem von der Schulleitung jeweils festzusetzenden Anmeldetermin bei der Schule in schriftlicher Form zu beantragen. Dem Antrag sind beizufügen:

1.

ein Lebenslauf mit Darstellung des Bildungs- und Berufswegs,

2.

die zum Nachweis der in § 5 genannten schulischen und beruflichen Aufnahmevoraussetzungen erforderlichen Zeugnisse in beglaubigter Abschrift,

3.

ein ärztliches Zeugnis zum Nachweis der gesundheitlichen Eignung, dessen Ausstellung nicht länger als drei Monate zurückliegt; die Verpflichtungen nach den Vorschriften des Infektionsschutzgesetzes vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 20. April 2013 (BGBl. I S. 868), in der jeweils geltenden Fassung bleiben unberührt,

4.

eine Erklärung des Bewerbers oder der Bewerberin, gegebenenfalls mit Nachweisen, ob er/sie bereits eine Fachschule für Sozialpädagogik besucht oder an der Abschlussprüfung einer solchen Schule teilgenommen hat.

(2) Falls die erforderlichen Zeugnisunterlagen nicht vorgelegt werden können, kann der Nachweis ihres Inhalts auf andere Weise erbracht werden; dies gilt nicht für den Nachweis nach Absatz 1 Satz 2 Nr. 3. Zeugnisse, die zum Anmeldetermin noch nicht vorliegen, sind innerhalb einer von der Schulleitung zu setzenden Frist nachzureichen.

(3) Über die Aufnahme entscheidet die Schulleitung in Form eines schriftlichen Bescheids. In begründeten Zweifelsfällen legt sie den Aufnahmeantrag der Schulaufsichtsbehörde zur Entscheidung vor.

§ 8

Auswahlverfahren

(1) Übersteigt die Zahl der Bewerber und Bewerberinnen, die die Aufnahmevoraussetzungen gemäß § 5 erfüllen, nach Ablauf des Anmeldetermins und gegebenenfalls der Nachfrist die Aufnahmefähigkeit der Akademie für Erzieher und Erzieherinnen - Fachschule für Sozialpädagogik -, ist von dieser ein Auswahlverfahren durchzuführen. Die Auswahl erfolgt durch das Los; dies schließt auch ein Nachrückverfahren mit ein für den Fall, dass Schulplätze von ausgelosten Bewerbern oder Bewerberinnen nicht in Anspruch genommen werden.

(2) Die Schulleitung kann vorab bis zu zehn vom Hundert der Höchstzahl der insgesamt verfügbaren Schulplätze auf Antrag an Bewerber oder Bewerberinnen vergeben, für die eine Versagung der Aufnahme eine außergewöhnliche, insbesondere soziale Härte bedeuten würde. Eine außergewöhnliche, insbesondere soziale Härte liegt vor, wenn die Ablehnung des Aufnahmeantrags für den Bewerber oder die Bewerberin mit Nachteilen verbunden wäre, die bei Anlegung eines strengen Maßstabs über das Maß der mit der Ablehnung üblicherweise verbundenen Nachteile in unzumutbarer Weise hinausgehen. Dies kann insbesondere der Fall sein, wenn schwerwiegende soziale oder familiäre Umstände in der Person des Bewerbers oder der Bewerberin vorliegen, die einen sofortigen Ausbildungsbeginn geboten erscheinen lassen.

(3) Die Rechte staatlich anerkannter privater Ersatzschulen bleiben unberührt.

c) Ausbildungsinhalte

§ 9

Fachtheoretische Ausbildung

(1) Die zweijährige fachtheoretische Ausbildung in Unter- und Oberstufe der Akademie für Erzieher und Erzieherinnen - Fachschule für Sozialpädagogik - umfasst im Pflichtbereich einen fachrichtungsübergreifenden und einen fachrichtungsbezogenen Lernbereich, im Wahlpflichtbereich die exemplarische Erweiterung oder Vertiefung der Ausbildung in einem Arbeitsfeld und/oder Themenbereich der Kinder- und Jugendhilfe. Die einzelnen Unterrichtsfächer und Lernfelder des Pflichtbereichs sowie ihr Stundenumfang als auch der Stundenumfang des Wahlpflichtbereichs ergeben sich aus der Stundentafel (Anlage 1).

(2) Das Aufsteigen von der Unterstufe in die Oberstufe erfolgt ohne Versetzung.

(3) Für die Leistungsbeurteilung in den Lernfeldern gelten dieselben Grundsätze wie in den Unterrichtsfächern.

§ 10

Sozialpädagogisches Praktikum

(1) Der Unterricht im Lernfeld „Sozialpädagogische Bildungsarbeit in den Bildungsbereichen professionell gestalten“ im Rahmen der fachtheoretischen Ausbildung ist mit einem sozialpädagogischen Praktikum verbunden, dessen Umfang einem Zeitraum von in der Regel insgesamt zwölf Wochen entspricht. Es wird unter Betreuung durch die Schule in geeigneten sozialpädagogischen Einrichtungen, insbesondere in Kindertageseinrichtungen und Heimen, sowohl unterrichtsbegleitend als auch in Blockform durchgeführt; für die Eignung als Praxiseinrichtung gilt § 6 Abs. 1 Satz 2 entsprechend. Für Blockpraktika können während des Besuchs der Unterstufe bis zu drei Schulwochen vor Beginn der Sommerferien, während des Besuchs der Oberstufe bis zu drei Schulwochen nach Beendigung der Sommerferien genutzt werden. Eine hiervon abweichende zeitliche Organisation für Blockpraktika ist nur mit Zustimmung der Schulaufsichtsbehörde möglich.

(2) Die Schule weist einer Praxiseinrichtung im Einvernehmen mit deren Leitung Schüler und Schülerinnen zur Ausbildung im sozialpädagogischen Praktikum zu.

(3) Die Leistungen eines Schülers oder einer Schülerin im sozialpädagogischen Praktikum werden von den für das Lernfeld „Sozialpädagogische Bildungsarbeit in den Bildungsbereichen professionell gestalten“ zuständigen Lehrkräften im Benehmen mit der Leitung der Praxiseinrichtung, gegebenenfalls im Benehmen mit weiteren bei einzelnen Praktikumsveranstaltungen beteiligten Fachlehrkräften, beurteilt und nach § 4 bewertet. Beurteilung und Bewertung sind Bestandteil der Gesamtleistungsbewertung im Lernfeld „Sozialpädagogische Bildungsarbeit in den Bildungsbereichen professionell gestalten“.

§ 11

Fachpraktische Ausbildung

(1) Die fachpraktische Ausbildung im Umfang von mindestens 1.500 Stunden schließt sich in der Regel unmittelbar an die mit der ersten Teilprüfung abgeschlossene fachtheoretische Ausbildung an. Die fachpraktische Ausbildung dient dazu, die während des fachtheoretischen Ausbildungsabschnitts an der Akademie für Erzieher und Erzieherinnen - Fachschule für Sozialpädagogik - erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten ergänzend und vertiefend in sozialpädagogischen Tätigkeitsfeldern umzusetzen und eine Einarbeitung in die Berufspraxis eines Erziehers oder einer Erzieherin zu gewährleisten.

(2) Die fachpraktische Ausbildung wird als Berufspraktikum in geeigneten sozialpädagogischen Einrichtungen, insbesondere in Kindertageseinrichtungen und Heimen, unter Betreuung durch die Schule durchgeführt; für die Eignung als Praxiseinrichtung gilt § 6 Abs. 1 Satz 2 entsprechend. Die Teilnahme erfolgt im Rahmen eines mit der sozialpädagogischen Einrichtung vertraglich begründeten Praktikantenverhältnisses, was dazu führt, dass der Praktikant oder die Praktikantin in den Betrieb der Praxiseinrichtung integriert wird.

(3) Während der fachpraktischen Ausbildung nehmen die Praktikanten und Praktikantinnen an Arbeitsgemeinschaften der Schule teil. Diese finden in der Regel monatlich einmal ganztägig statt und umfassen insgesamt mindestens 80 Unterrichtsstunden. Die Arbeitsgemeinschaften können auch in größeren Abständen als mehrtägige Veranstaltungen durchgeführt werden. Durch die Teilnahme an den Arbeitsgemeinschaften wird für die Praktikanten und Praktikantinnen kein Schulverhältnis begründet.

(4) Am Ende der fachpraktischen Ausbildung erstellt die Leitung der Praxiseinrichtung eine Beurteilung über die Leistungen und Fähigkeiten des Praktikanten oder der Praktikantin im gesamten fachpraktischen Einsatz, die mit einer Note nach § 4 abschließt und unverzüglich der Schule zugeleitet wird. Der Praktikant oder die Praktikantin erhält Gelegenheit, die Beurteilung vor der Weiterleitung an die Schule einzusehen.

(5) Der Praktikant oder die Praktikantin fertigt einen schriftlichen Bericht über mindestens 750 Stunden der fachpraktischen Ausbildung (Erfahrungsbericht) und legt ihn der Leitung der Praxiseinrichtung spätestens drei Monate vor dem Termin der zweiten Teilprüfung vor. Unmittelbar nach Vorlage übermittelt die Leitung der Praxiseinrichtung den durch sie gegengezeichneten Erfahrungsbericht der Schule.

(6) Die für die Betreuung des Praktikanten oder der Praktikantin während der fachpraktischen Ausbildung zuständige Fachlehrkraft der Schule erstellt unter Berücksichtigung der Beurteilung nach Absatz 4 einen Bericht über die Bewährung des Praktikanten oder der Praktikantin in der fachpraktischen Ausbildung (Bewährungsbericht). Er schließt mit einer Note nach § 4, die die zuständige Fachlehrkraft in enger Abstimmung mit der Praxiseinrichtung unter Berücksichtigung des Erfahrungsberichts nach Absatz 5 und der mit der Beurteilung nach Absatz 4 erteilten Note festlegt. Der Bewährungsbericht ist dem Praktikanten oder der Praktikantin zu eröffnen.

d) Schulzeugnisse

§ 12

Zeugnisarten, Zeugnisausstellung

(1) Zeugnisse während der fachtheoretischen Ausbildung an der Akademie für Erzieher und Erzieherinnen - Fachschule für Sozialpädagogik - werden als Halbjahreszeugnisse und Jahreszeugnisse (Anlage 2) sowie als Abgangszeugnisse (Anlage 3) ausgestellt. Sie sind der urkundliche Nachweis über Schulbesuch und Leistungen.

(2) Am Ende des ersten Schulhalbjahres der Unterstufe und der Oberstufe wird jeweils ein Halbjahreszeugnis und am Ende der Unterstufe ein Jahreszeugnis erteilt.

(3) Ein Abgangszeugnis wird bei Schulwechsel aus persönlichen Gründen oder bei Verlassen der Schule ohne Abschluss der fachtheoretischen Ausbildung erteilt.

(4) Die Zeugnisse werden als Einzelzeugnisse ausgestellt. Sie tragen das Datum des Ausgabetags und sind von dem Schulleiter oder der Schulleiterin und dem Klassenlehrer oder der Klassenlehrerin zu unterzeichnen. Halbjahreszeugnisse und Jahreszeugnisse können auch von dem jeweiligen Abteilungsleiter oder der jeweiligen Abteilungsleiterin im Auftrag des Schulleiters oder der Schulleiterin unterzeichnet werden. Abgangszeugnisse sind mit dem Siegel der Schule, bei Schulen in freier Trägerschaft mit deren Stempel, zu versehen.

§ 13

Zeugnisnoten und sonstige Zeugniseintragungen

(1) Zeugnisse enthalten die Bewertung der Leistungen in den einzelnen Fächern und Lernfeldern als Zeugnisnoten nach § 4 .

(2) Bei Befreiung von der Teilnahme an einem Unterrichtsfach ist an Stelle der Zeugnisnote das Wort „befreit“ einzutragen. Im Falle der Abmeldung vom Religionsunterricht wird die Nichtteilnahme in der Notenzeile des Fachs Religionslehre durch einen Schrägstrich ausgedrückt. Beträgt jeweils bezogen auf die Unterstufe oder die Oberstufe einer Fachschule für Sozialpädagogik die Zahl der Schüler und Schülerinnen, die am Religionsunterricht nicht teilnehmen, mindestens 5, so soll gemäß § 15 Absatz 1 Satz 2 und 3 des Schulordnungsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. August 1996 (Amtsbl. S. 846; 1997 S. 147), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 20. Januar 2016 (Amtsbl. I S. 120), in der jeweils geltenden Fassung für diese Schüler und Schülerinnen der jeweiligen Stufe Unterricht in allgemeiner Ethik erteilt werden.

(3) In Halbjahres- und Jahreszeugnissen ist die Zahl der insgesamt (entschuldigt und unentschuldigt) versäumten sowie die Zahl der unentschuldigt versäumten Unterrichtstage und Einzelstunden zu vermerken. Darüber hinaus kann in sonstigen, nicht nach Satz 1 erfassten Fällen unentschuldigter Versäumnisse unter „Bemerkungen“ ein entsprechender Hinweis erfolgen.

§ 14

Festsetzung der Zeugnisnoten

(1) Die Klassenkonferenz unter Vorsitz des Schulleiters oder der Schulleiterin setzt die Zeugnisnoten auf Vorschlag der Fachlehrkräfte fest.

(2) Die Zeugnisnote fasst die Gesamtleistung des Schülers oder der Schülerin in dem betreffenden Fach oder Lernfeld zusammen. Dabei sind alle besonderen Gesichtspunkte je nach Lage des Falls zu würdigen. Die Zeugnisnote darf nicht allein aus den Ergebnissen von Klassenarbeiten hergeleitet werden; maßgeblichen Einfluss hat auch die Qualität der Mitarbeit im Unterricht. Demzufolge ist die Zeugnisnote das Ergebnis einer wertenden fachlich-pädagogischen Gesamtbeurteilung und kann nicht schematisch errechnet werden.

(3) Die Noten des Jahreszeugnisses werden aufgrund der Entwicklung der Leistungen während des Schuljahres, besonders während seiner zweiten Hälfte ermittelt.

§ 15

Zeugnisausgabe, Bestätigung der Kenntnisnahme

(1) Die Halbjahreszeugnisse werden an dem von der Schulaufsichtsbehörde für jedes Schuljahr festgelegten Tag, die Jahreszeugnisse am letzten Unterrichtstag des Schuljahres ausgegeben.

(2) Die Zeugnisse werden den Schülern und Schülerinnen in der Schule ausgehändigt und den Erziehungsberechtigten Minderjähriger durch diese überbracht.

(3) Die Erziehungsberechtigten, bei Volljährigen diese selbst, bestätigen die Kenntnisnahme von Halbjahres- und Jahreszeugnissen durch Unterschrift auf dem Zeugnis. Die Zeugnisse sind dem Klassenlehrer oder der Klassenlehrerin zur Kontrolle dieser Kenntnisnahme vorzulegen. Bei fehlender Unterschrift hat der Klassenlehrer oder die Klassenlehrerin auf deren Vorlage hinzuwirken, wenn der Verdacht besteht, dass den Erziehungsberechtigten das Zeugnis nicht vorgelegen hat.

Die Gültigkeit des Zeugnisses wird durch das Fehlen der Unterschrift nicht beeinträchtigt.

Abschnitt III

Staatliche Abschlussprüfung

Unterabschnitt 1

Erste Teilprüfung

a) Allgemeine Bestimmungen

§ 16
Zweck der ersten Teilprüfung

Die erste Teilprüfung schließt die fachtheoretische Ausbildung an der Akademie für Erzieher und Erzieherinnen - Fachschule für Sozialpädagogik - ab. In der Prüfung sollen die im schulischen Ausbildungsabschnitt zu vermittelnden Kenntnisse und Fähigkeiten als Voraussetzung für die angestrebte berufliche Befähigung als Erzieher oder Erzieherin nachgewiesen werden. Zugleich dient die Prüfung dem Nachweis der schulischen Voraussetzungen zum Erwerb der Fachhochschulreife.

§ 17
Gliederung der ersten Teilprüfung

Die erste Teilprüfung besteht aus einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung.

§ 18
Ort und Zeit der ersten Teilprüfung

(1) Die erste Teilprüfung findet gegen Ende des Schuljahres an der jeweiligen Schule statt.

(2) Die Schulaufsichtsbehörde bestimmt die Prüfungstermine. Sie sind den Schülern und Schülerinnen der Oberstufe durch die Schulleitung alsbald nach der Festlegung bekannt zu geben.

§ 19
Zulassung zur Prüfung, Rücktritt und Säumnis

(1) Die Klassenkonferenz unter Vorsitz des Schulleiters oder der Schulleiterin entscheidet spätestens zwei Wochen vor Beginn der schriftlichen Prüfung ohne förmliche Anmeldung über die Zulassung zur ersten Teilprüfung. Bei Schulen in freier Trägerschaft bedürfen diese Entscheidungen der Bestätigung der Schulaufsichtsbehörde.

(2) Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist der ordnungsgemäße Schulbesuch einschließlich des mit dem Unterricht verbundenen sozialpädagogischen Praktikums sowie die Vornote mindestens „ausreichend“ im Fach Deutsch. Die Zulassung kann überdies versagt werden, wenn nach den während des Schulbesuchs einschließlich des sozialpädagogischen Praktikums gezeigten Leistungen keine Aussicht auf einen Prüfungserfolg besteht oder wenn aufgrund fehlender Leistungsnachweise eine Beurteilung nicht möglich ist.

(3) Die Zulassung zur Prüfung ist den Schülern und Schülerinnen unverzüglich mündlich bekannt zu geben. Nicht Zugelassenen teilt die Schulleitung diese Entscheidung unter Angabe der Gründe unverzüglich schriftlich mit.

(4) Im Fall des Rücktritts von der Prüfung nach erfolgter Zulassung gilt die erste Teilprüfung insgesamt als nicht bestanden. Das Gleiche gilt, wenn die Prüfung ganz oder teilweise versäumt wird.

(5) Die Vorschrift des Absatzes 4 findet keine Anwendung, wenn ein Prüfling aus Gründen, die er nachweislich nicht zu vertreten hat (insbesondere Krankheit), verhindert ist, zur Prüfung anzutreten oder bis zu ihrem Abschluss an ihr teilzunehmen, und die Gründe für das Versäumnis unverzüglich nachweist. Ob er die Gründe zu vertreten hat, entscheidet die Klassenkonferenz unter Vorsitz des Schulleiters oder der Schulleiterin. Hat er die Gründe nicht zu vertreten, ist ein besonderer Termin zur Ablegung oder Fortsetzung der Prüfung einzuräumen.

§ 20
Teilnahme von Schulfremden

(1) Zur Teilnahme an der ersten Teilprüfung können auch Bewerber und Bewerberinnen zugelassen werden, die keine Akademie für Erzieher und Erzieherinnen - Fachschule für Sozialpädagogik - besucht haben (Schulfremde), sofern die Voraussetzungen nach § 5 erfüllt sind und nach Bildungsgang und Berufsweg zu erwarten ist, dass sie den Anforderungen des fachtheoretischen Ausbildungsabschnitts der Erzieherausbildung entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten erlangt haben.

(2) Der Antrag auf Zulassung zur Prüfung ist bei der Schulaufsichtsbehörde spätestens zwei Monate vor Prüfungsbeginn schriftlich zu stellen. Folgende Unterlagen sind beizufügen:

1.

ein Lebenslauf mit Darstellung des Bildungs- und Berufswegs,

2.

die Nachweise der schulischen und beruflichen Voraussetzungen gemäß § 5 in beglaubigter Abschrift sowie ein ärztliches Zeugnis nach § 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 ,

3.

ein ausführlicher Bericht über Art und Umfang der den Anforderungen des fachtheoretischen Ausbildungsabschnitts entsprechenden Vorbereitung auf die erste Teilprüfung,

4.

eine Erklärung des Bewerbers oder der Bewerberin, gegebenenfalls mit Nachweisen, ob er/sie sich bereits einer gleichartigen Prüfung unterzogen oder sich bereits bei einer anderen Stelle zur Prüfung gemeldet hat.

Falls die erforderlichen Zeugnisunterlagen nicht vorgelegt werden können, kann der Nachweis ihres Inhalts auf andere Weise erbracht werden; dies gilt nicht für das ärztliche Zeugnis.

(3) Schulfremde können die Prüfung nicht eher ablegen, als es bei normalem Schulbesuch möglich gewesen wäre.

(4) Die Schulaufsichtsbehörde entscheidet über die Zulassung und weist die zugelassenen Schulfremden einer Schule - bei Schulen in freier Trägerschaft im Einvernehmen mit dem Schulträger - zur ersten Teilprüfung zu.

(5) Im Übrigen gelten für Schulfremde die Vorschriften des Unterabschnitts 1 von Abschnitt III dieser Verordnung entsprechend, soweit keine abweichenden Regelungen getroffen sind.

§ 21
Prüfungsfächer und Prüfungslernfelder

Prüfungsfächer und Prüfungslernfelder sind die Fächer des fachrichtungsübergreifenden Lernbereichs und die Lernfelder des fachrichtungsbezogenen Lernbereichs, die in der Stundentafel (Anlage 1) im Pflichtbereich ausgewiesen sind.

§ 22
Prüfungsnoten

Für die Festsetzung der Vornoten, die Bewertung der einzelnen Prüfungsleistungen und die Bildung der Endnoten gilt § 4 .

§ 23
Prüfungsliste

(1) Für die Schulakten und den Vorsitzenden oder die Vorsitzende der Prüfungskommission wird je eine Prüfungsliste für jede Prüfungsklasse angelegt, die Raum für folgende Angaben enthält:

1.

Familienname, Vorname und Geburtsdatum der Prüflinge,

2.

die Noten der bisherigen Zeugnisse und die Bewertung der nach dem letzten Zeugnis erbrachten Leistungen,

3.

Vermerk über die Zulassungsentscheidung (§ 19 Abs. 1, § 20 Abs. 4),

4.

die Vornoten (§ 24),

5.

die Noten der schriftlichen Prüfung (§ 28),

6.

die Noten der mündlichen Prüfung (§ 34),

7.

die Endnoten (§ 35),

8.

das Ergebnis der ersten Teilprüfung (§ 36).

(2) Die Prüfungslisten sind mit dem Fortgang der Prüfung entsprechend zu ergänzen.

(3) Die für den Vorsitzenden oder die Vorsitzende der Prüfungskommission bestimmte Liste wird ihm/ihr unverzüglich im Anschluss an die vor der mündlichen Prüfung durchzuführende Klassenkonferenz (§ 31) mit den Angaben zu Absatz 1 Nr. 1 bis 5 zugeleitet.

§ 24
Festsetzung der Vornoten

(1) Im Rahmen der Entscheidung über die Zulassung zur Prüfung nach § 19 setzt die Klassenkonferenz auf Vorschlag der Fachlehrkräfte die Vornoten in den Prüfungsfächern und Prüfungslernfeldern fest. Dabei sind die Noten des Jahreszeugnisses der Unterstufe, des Halbjahreszeugnisses der Oberstufe und die Bewertung der im Anschluss an dieses Zeugnis in der Oberstufe erbrachten Leistungen in der Regel als gleichwertig zu berücksichtigen. In Prüfungsfächern und Prüfungslernfeldern, die gegebenenfalls mit der Unterstufe abschließen, gilt die Note des Jahreszeugnisses als Vornote.

(2) Die Vornoten sind nach ihrer Festsetzung und Eintragung in die Prüfungslisten zusammen mit der Zulassung zur Prüfung (§ 19 Abs. 3 Satz 1) den Prüflingen mündlich bekannt zu geben.

b) Schriftliche Prüfung

§ 25
Gegenstand und Dauer der schriftlichen Prüfung

(1) Im fachrichtungsübergreifenden Lernbereich ist eine schriftliche Prüfung im Fach Berufsbezogene Fremdsprache und im Fach Mathematik abzulegen. Im fachrichtungsbezogenen Lernbereich sind zwei schriftliche Prüfungen abzulegen; eine schriftliche Prüfung bezieht sich auf das Lernfeld „Sozialpädagogische Bildungsarbeit in den Bildungsbereichen professionell gestalten“, die andere auf eines der übrigen Lernfelder des fachrichtungsbezogenen Lernbereichs. Die Schulaufsichtsbehörde setzt für den jeweiligen Prüfungstermin das andere Lernfeld der schriftlichen Prüfung fest. Dieses wird von der Schulleitung mit den Prüfungsterminen (§ 18 Absatz 2 Satz 2) bekannt gegeben.

(2) Die schriftliche Prüfung in einem Fach oder einem Lernfeld besteht aus jeweils einer Aufsichtsarbeit. Für jedes Fach oder Lernfeld ist ein eigener Prüfungstag vorzusehen. Die Bearbeitungszeit für das Fach Berufsbezogene Fremdsprache sowie für die beiden schriftlich zu prüfenden Lernfelder beträgt jeweils vier Zeitstunden, die Bearbeitungszeit für das Fach Mathematik drei Zeitstunden.

§ 26
Prüfungsaufgaben

(1) Die Schulaufsichtsbehörde bestimmt die Aufgaben der schriftlichen Prüfung.

Die in der Regel im jährlichen Wechsel beauftragte Schulleitung einer Akademie für Erzieher und Erzieherinnen - Fachschule für Sozialpädagogik - legt der Schulaufsichtsbehörde spätestens vier Monate vor Prüfungsbeginn für jedes Fach und Lernfeld der schriftlichen Prüfung gemäß § 25 Absatz 1 nach Maßgabe der in den Lehrplänen festgelegten Prüfungsanforderungen zwei Aufgabenvorschläge mit Angabe der erforderlichen Hilfsmittel, der Lösungen, der Korrekturhinweise und der Bewertungsmaßstäbe zur Entscheidung vor. Die Schulaufsichtsbehörde kann die Vorlage weiterer Aufgabenvorschläge verlangen. Die Aufgaben dürfen im Unterricht nicht behandelt werden.

(2) Die von der Schulaufsichtsbehörde bestimmten Prüfungsaufgaben werden den Schulen in der erforderlichen Anzahl in versiegelten Umschlägen zugeleitet. Sie dürfen erst am jeweiligen Prüfungstag im Prüfungsraum in Gegenwart der Prüflinge geöffnet werden. Die auf den Umschlägen vermerkten zugelassenen Hilfsmittel werden den Prüflingen spätestens am letzten Unterrichtstag vor Beginn der Prüfung bekannt gegeben.

(3) Es besteht die Verpflichtung zur Verschwiegenheit (§ 42).

§ 27
Durchführung der schriftlichen Prüfung

(1) Die Arbeiten und die Entwürfe sind auf Bogen zu schreiben, die von der Schule zur Verfügung gestellt und mit dem Schulstempel versehen werden. Die Prüflinge tragen Namen, Vornamen, Klasse und Prüfungsfach oder Prüfungslernfeld am Kopf der ersten Seite der Reinschrift ein. Die erste Seite und ein Rand jeder weiteren Seite sind für amtliche Eintragungen freizuhalten. Die Seiten der Reinschrift sind fortlaufend zu nummerieren. Sämtliche Entwürfe und Beilagen sind mit dem Namen des Prüflings zu versehen.

(2) Die Prüflinge fertigen die Arbeiten unter ständiger Aufsicht von mindestens einer Lehrkraft je Prüfungsraum an. Für die ordnungsgemäße Prüfungsaufsicht ist die Schulleitung verantwortlich. Der Prüfungsraum darf während der Bearbeitungszeit von den Prüflingen nur einzeln und nur mit Genehmigung einer Aufsichtsperson verlassen werden.

(3) Nur ausdrücklich zugelassene Hilfsmittel dürfen benutzt werden; es ist auch nicht gestattet, andere Hilfsmittel in den Prüfungsraum mitzubringen.

(4) Vor Eintritt in die Prüfung werden die Prüflinge darauf hingewiesen, dass Täuschungsversuche, Beihilfe hierzu und Ordnungsverstöße zum Ausschluss von der ersten Teilprüfung führen können. Der Wortlaut von § 41 ist bekannt zu geben. Nach Klärung technischer Fragen und Bekanntgabe der Prüfungsaufgaben beginnt die Bearbeitungszeit.

(5) Über den Verlauf der schriftlichen Prüfung ist von den Aufsicht Führenden in jedem Prüfungsraum für jedes Prüfungsfach und jedes Prüfungslernfeld eine Niederschrift zu fertigen und zu unterzeichnen. In diese werden aufgenommen:

1.

die Bezeichnung der Klasse und das Prüfungsfach oder Prüfungslernfeld,

2

 die Zahl der Prüflinge,

3.

die Namen der Aufsicht führenden Lehrkräfte mit Angabe der Zeiten, in denen sie die Aufsicht geführt haben,

4.

ein Vermerk über die erfolgte Belehrung gemäß § 41 ,

5.

der Beginn und das Ende der Bearbeitungszeit,

6.

die Uhrzeit der Abwesenheit von Prüflingen,

7.

Vermerke über besondere Vorkommnisse (Fehlanzeige erforderlich),

8.

die Sitzordnung der Prüflinge (als Anlage).

(6) Alle Entwürfe, die Texte der Prüfungsaufgaben sowie sonstige von der Schule gestellte Unterlagen sind mit der Reinschrift abzugeben.

§ 28
Beurteilung der Prüfungsarbeiten

(1) Jede Prüfungsarbeit wird von der zuständigen Fachlehrkraft der Oberstufe und von einer von der Schulleitung bestimmten weiteren Fachlehrkraft korrigiert und benotet.

(2) Weichen die Noten der beiden Fachlehrkräfte voneinander ab, setzt der Schulleiter oder die Schulleiterin im Benehmen mit diesen die Note für die Prüfungsarbeit fest. Er/Sie kann weitere Fachlehrkräfte hinzuziehen.

(3) Die Note und gegebenenfalls eine Begründung werden auf der ersten Seite der Prüfungsarbeit eingetragen. Die beiden Fachlehrkräfte bestätigen durch Unterschrift die Beurteilung und die Note der Arbeit, im Fall des Absatzes 2 bestätigt der Schulleiter oder die Schulleiterin zusätzlich die in eigener Zuständigkeit festgesetzte Note.

c) Mündliche Prüfung

§ 29
Prüfungskommission

(1) Für die mündliche Prüfung und für die Feststellung des Gesamtergebnisses der ersten Teilprüfung wird eine Prüfungskommission gebildet. Ihr gehören als Mitglieder an:

1.

ein Regierungsbeauftragter als Vorsitzender oder eine Regierungsbeauftragte als Vorsitzende, der/die von der Schulaufsichtsbehörde bestellt wird,

2.

der Schulleiter oder die Schulleiterin oder dessen/deren ständiger Vertreter/ständige Vertreterin,

3.

alle Fachlehrkräfte, die die Prüflinge in den Prüfungsfächern und Prüfungslernfeldern (§ 21) unterrichten bzw. zuletzt unterrichtet haben,

4.

weitere von der Schulaufsichtsbehörde berufene Fachlehrkräfte als Fremdprüfer oder Fremdprüferinnen.

(2) Die Prüfungskommission trifft ihre Entscheidungen mit Stimmenmehrheit. Stimmenthaltung ist nicht zulässig. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des oder der Vorsitzenden den Ausschlag.

(3) Der oder die Vorsitzende bildet für die Durchführung der mündlichen Prüfung in den einzelnen Fächern und Lernfeldern aus den Mitgliedern der Prüfungskommission Fachausschüsse. Ein Fachausschuss besteht aus der jeweils zuständigen Fachlehrkraft als Prüfer oder Prüferin und einem fachkundigen Fremdprüfer oder einer fachkundigen Fremdprüferin. Fällt ein Mitglied eines Fachausschusses aus, ist unverzüglich ein Vertreter oder eine Vertreterin zu berufen.

§ 30
Gegenstand der mündlichen Prüfung

Alle Prüfungsfächer und Prüfungslernfelder (§ 21) können Gegenstand der mündlichen Prüfung sein. Eine mündliche Prüfung im fachrichtungsbezogenen Lernbereich kann auch Inhalte des sozialpädagogischen Praktikums (§ 10) einbeziehen.

§ 31
Umfang der mündlichen Prüfung

(1) Unmittelbar nach Festsetzung der Noten der schriftlichen Prüfung (§ 28) entscheidet die Klassenkonferenz unter Vorsitz des Schulleiters oder der Schulleiterin vorbehaltlich der Bestätigung des oder der Vorsitzenden der Prüfungskommission, ob und in welchen Fächern und/oder Lernfeldern ein Prüfling mündlich zu prüfen ist.

(2) Die Zahl der mündlichen Prüfungen ist für jeden Prüfling nach Möglichkeit zu beschränken.

(3) Eine mündliche Prüfung in den bereits schriftlich geprüften Fächern und/oder Lernfeldern kann insbesondere entfallen, wenn

1.

die Note der schriftlichen Prüfung der Vornote entspricht,

2.

die Abweichung der beiden Noten sich über zwei Notenstufen erstreckt und die dazwischen liegende Note als Endnote vorgesehen wird,

3.

in jeweils zwei der Fächer und/oder Lernfelder die Note der schriftlichen Prüfung und die Vornote um eine Notenstufe voneinander abweichen und in dem einen Fach oder Lernfeld die höhere, in dem anderen Fach oder Lernfeld die niedrigere Note als Endnote vorgesehen wird.

4.

in einem Fach oder Lernfeld die Note der schriftlichen Prüfung und die Vornote um eine Notenstufe voneinander abweichen und auf begründeten Vorschlag der Fachlehrkraft die höhere oder die niedrigere Note als Endnote vorgesehen wird.

(4) Die mündliche Prüfung in einem schriftlich geprüften Fach oder Lernfeld soll nicht entfallen, wenn eine unter „ausreichend“ liegende Note entweder nur als Vornote oder nur in der schriftlichen Prüfung erteilt wurde. Das Gleiche gilt, wenn in einem Fach oder Lernfeld die Vornote „mangelhaft“ und in der schriftlichen Prüfung die Note „ungenügend“ oder die Vornote „ungenügend“ und in der schriftlichen Prüfung die Note „mangelhaft“ erteilt wurden.

(5) Jeder Prüfling kann bis drei Werktage vor Beginn der mündlichen Prüfung schriftlich bei der Schulleitung beantragen, in weiteren Prüfungsfächern und/oder Prüfungslernfeldern mündlich geprüft zu werden. Dem Antrag ist zu entsprechen. In Fällen des Absatzes 3 Nr. 3 wird der Prüfling, wenn er eine mündliche Prüfung in einem der betreffenden Fächer und/oder Lernfelder wünscht, in beiden Fächern und/oder Lernfeldern geprüft.

(6) Der oder die Vorsitzende der Prüfungskommission hat das Recht, auf mündliche Prüfungen, die von der Klassenkonferenz festgesetzt wurden, zu verzichten und in besonderen Fällen Prüfungen in weiteren Fächern und/oder Lernfeldern anzuordnen.

(7) Schulfremde werden in allen Prüfungsfächern und Prüfungslernfeldern (§ 21) mündlich geprüft.

§ 32
Bekanntgabe der bisherigen Prüfungsergebnisse

Spätestens eine Woche vor Beginn der mündlichen Prüfung werden den Prüflingen

1.

die Ergebnisse der schriftlichen Prüfungsarbeiten,

2.

die Fächer und/oder Lernfelder, in denen mündlich geprüft werden soll,

bekannt gegeben.

Dabei sind die Prüflinge auf die Vorschriften des § 31 Abs. 5 und 6 ausdrücklich hinzuweisen.

§ 33
Äußere Vorbereitung der mündlichen Prüfung

(1) Für die mündliche Prüfung hat die Schulleitung folgende Unterlagen zur Einsicht bereitzuhalten:

1.

die Klassenbücher,

2.

die Prüfungslisten (§ 23),

3.

die Niederschriften über die nach §§ 19, 24 vor der schriftlichen Prüfung und die nach § 31 vor der mündlichen Prüfung durchzuführenden Klassenkonferenzen,

4.

die Arbeiten der schriftlichen Prüfung.

(2) Die für die mündliche Prüfung notwendigen Hilfsmittel (z.B. Texte, Hard- und Software) müssen in den Prüfungsräumen zur Verfügung stehen.

§ 34
Durchführung der mündlichen Prüfung

(1) Bei der mündlichen Prüfung werden die Prüflinge einzeln geprüft. Die Schulleitung setzt im Einvernehmen mit dem oder der Vorsitzenden der Prüfungskommission den Prüfungsplan fest.

(2) Die mündliche Prüfung in einem Fach oder Lernfeld soll die Dauer von 20 Minuten nicht überschreiten.

(3) Die Mitglieder eines Fachausschusses wirken bei der Prüfung kollegial zusammen. Die Verpflichtung des Fremdprüfers oder der Fremdprüferin, auf die Gleichmäßigkeit und Angemessenheit der Prüfungsanforderungen und Bewertungsmaßstäbe bedacht zu sein, bleibt dadurch unberührt. Der oder die Vorsitzende der Prüfungskommission ist berechtigt, sich in die Prüfung einzuschalten und Prüfungsfragen zu stellen.

(4) Die Mitglieder des Fachausschusses setzen die Note für die mündliche Prüfungsleistung einvernehmlich fest. Stimmen sie in der Bewertung nicht überein, entscheidet der oder die Vorsitzende der Prüfungskommission.

(5) Über den Verlauf jeder mündlichen Prüfung ist eine Niederschrift zu fertigen, die von den Mitgliedern des Fachausschusses zu unterzeichnen ist. In die Niederschrift sind der Name des Prüflings, der Beginn und das Ende der Prüfung, der Prüfungsverlauf, die Stoffgebiete, denen die Fragen entnommen wurden, sowie die Vermerke über die Qualität der entsprechenden Antworten, die Beratungsergebnisse und die Note der mündlichen Prüfung aufzunehmen. Schriftlich gestellte Aufgaben mit beigegebenen Texten und Bearbeitungsunterlagen sind zusammen mit den Notizen des Prüflings der Niederschrift beizufügen.

(6) Bei Schulen in freier Trägerschaft kann bei der mündlichen Prüfung - ausgenommen die Beratung und die Beschlussfassung über die Leistungsbewertung - ein Vertreter oder eine Vertreterin des Schulträgers anwesend sein.

d) Abschluss der ersten Teilprüfung

§ 35
Festsetzung der Endnoten

(1) Nach Beendigung der mündlichen Prüfung werden die Endnoten in den einzelnen Prüfungsfächern und Prüfungslernfeldern in einer Schlusskonferenz der Prüfungskommission auf Vorschlag der Fachlehrkräfte beraten und festgesetzt.

(2) Bei der Festsetzung der Endnoten sind die Vornoten, die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung und die Ergebnisse der mündlichen Prüfung in der Regel als gleichwertig zu berücksichtigen. Die Prüfungskommission kann nach pflichtgemäßem Ermessen entscheiden, dass einer Teilnote besonderes Gewicht zuerkannt wird.

(3) In einem Prüfungsfach oder Prüfungslernfeld, in dem weder schriftlich noch mündlich geprüft worden ist, gilt die Vornote als Endnote.

(4) Für Schulfremde ergeben sich die Endnoten aus den Noten der schriftlichen und mündlichen Prüfung, in den nicht schriftlich geprüften Fächern und Lernfeldern aus der Note der jeweiligen mündlichen Prüfung.

§ 36
Ergebnis der ersten Teilprüfung

(1) Die Prüfungskommission stellt in der Schlusskonferenz aufgrund der Endnoten fest, ob die erste Teilprüfung bestanden oder nicht bestanden ist.

(2) Die Prüfung ist bestanden,

1.

wenn die Endnote in allen Prüfungsfächern und Prüfungslernfeldern mindestens „ausreichend“ ist,

2.

wenn die Endnote im Lernfeld „Sozialpädagogische Bildungsarbeit in den Bildungsbereichen professionell gestalten“ und in dem weiteren schriftlich geprüften Lernfeld mindestens „ausreichend“ ist,

3.

wenn die Endnote in einem Prüfungsfach oder nicht schriftlich geprüften Lernfeld sowie in einem weiteren Prüfungsfach oder nicht schriftlich geprüften Lernfeld „mangelhaft“ lautet und beide „mangelhaft“ lautenden Noten durch mindestens die Endnote „befriedigend“ in einem anderen Prüfungsfach oder nicht schriftlich geprüften Lernfeld ausgeglichen werden; dabei kann der Notenausgleich in einem schriftlichen Prüfungsfach oder schriftlich geprüften Lernfeld nur durch ein anderes schriftliches Prüfungsfach, ein anderes schriftlich geprüftes Lernfeld oder das Fach Deutsch erfolgen.

In allen anderen Fällen ist die Prüfung nicht bestanden.

(3) Über die Schlusskonferenz ist eine Niederschrift zu fertigen. Die Niederschrift und die Prüfungslisten (§ 23) werden von allen Mitgliedern der Prüfungskommission unterzeichnet und mit dem Siegel der Schule, bei Schulen in freier Trägerschaft mit deren Stempel, versehen.

(4) Der oder die Vorsitzende der Prüfungskommission gibt den Prüflingen am Tag der Schlusskonferenz das Prüfungsergebnis bekannt.

§ 37
Zeugnis über die erste Teilprüfung

(1) Wer die Prüfung bestanden hat, erhält ein Zeugnis über die erste Teilprüfung (Anlage 4).

(2) Das Prüfungszeugnis ist von dem oder der Vorsitzenden der Prüfungskommission, dem Schulleiter oder der Schulleiterin und dem Klassenlehrer oder der Klassenlehrerin zu unterzeichnen, mit dem Siegel der Schulaufsichtsbehörde und mit dem Siegel der Schule, bei Schulen in freier Trägerschaft mit deren Stempel, zu versehen. Ausfertigungsdatum ist der Tag der Schlusskonferenz. § 13 Abs. 2 gilt entsprechend.

(3) Wer die Prüfung als Schulfremder oder Schulfremde abgelegt hat, erhält im Prüfungszeugnis einen entsprechenden Vermerk.

§ 38
Abgangszeugnis

(1) Wer die erste Teilprüfung nicht bestanden hat oder wessen Prüfung nach den Vorschriften des § 19 Abs. 4 oder des § 41 als nicht bestanden gilt, erhält im Fall des Abgangs von der Schule ein Abgangszeugnis (Anlage 3).

(2) Hat ein Prüfling, der die erste Teilprüfung nicht bestanden hat, an der gesamten Prüfung teilgenommen, werden die Endnoten in das Abgangszeugnis übernommen. Hat er nicht an der gesamten Prüfung teilgenommen, erhält er

1.

in Fächern und Lernfeldern, in denen er an der Prüfung teilgenommen hat, die erzielten Endnoten,

2.

in Fächern und Lernfeldern, in denen er nicht an der Prüfung teilgenommen hat, die Vornoten als Endnoten.

Das Nichtbestehen der Prüfung wird im Abgangszeugnis nicht vermerkt.

(3) Ausfertigungsdatum ist der Tag der Schlusskonferenz, bei früherem Ausscheiden aus dem Prüfungsverfahren das Datum des entsprechenden Ausgabetags.

e) Besondere Bestimmungen

§ 39
Nachteilsausgleich für behinderte Prüflinge

Um behinderungsbedingte Benachteiligungen so weit wie möglich zu vermeiden, sind die Prüfungsbedingungen den verschiedenen Beeinträchtigungen behinderter Prüflinge anzupassen. Die Gewährung eines Nachteilsausgleichs darf nicht im Zeugnis vermerkt werden. Insbesondere erhalten körperbehinderte Prüflinge für die schriftliche Prüfung die notwendigen Hilfestellungen und Hilfsmittel. Erforderliche Pausen und Verlängerungen der Bearbeitungszeit werden vor Prüfungsbeginn festgelegt. Die Abgabe der Prüfungsarbeit als Tonbanddiktat kann erlaubt werden.

§ 40
Wiederholung der ersten Teilprüfung

(1) Eine bestandene erste Teilprüfung kann nicht wiederholt werden.

(2) Wer die erste Teilprüfung nicht bestanden hat oder wessen Prüfung nach den Vorschriften des § 19 Abs. 4 oder des § 41 als nicht bestanden gilt, kann sie in der Regel einmal, und zwar frühestens zum nächsten allgemeinen Prüfungstermin, wiederholen. Die Wiederholung erstreckt sich auf die gesamte Prüfung und setzt - außer bei Schulfremden - die Wiederholung der Oberstufe voraus. Eine Wiederholung von Teilen der Prüfung oder eine Wiederholung in einzelnen Prüfungsfächern oder Prüfungslernfeldern ist nicht möglich.

(3) In besonders begründeten Ausnahmefällen kann die Schulaufsichtsbehörde eine zweite Wiederholung der Prüfung gestatten.

§ 41
Täuschungsversuche und Verstöße gegen die Ordnung

(1) Wer unerlaubte Hilfsmittel benutzt oder sonst zu täuschen versucht oder Beihilfe dazu leistet oder zu leisten versucht, kann nach der Schwere des jeweiligen Falles

1.

zur Wiederholung der Prüfungsleistung verpflichtet werden oder

2.

für die Prüfungsleistung die Note „ungenügend“ erhalten oder

3.

von der weiteren Teilnahme an der Prüfung ausgeschlossen werden.

(2) Wer während der Prüfung erheblich gegen die Ordnung verstößt, kann verwarnt oder in schweren Fällen von der weiteren Teilnahme an der Prüfung ausgeschlossen werden.

(3) Die Entscheidung über das Vorliegen der Tatbestände der Absätze 1 und 2 und über die zu ergreifenden Maßnahmen trifft die Klassenkonferenz unter Vorsitz des Schulleiters oder der Schulleiterin nach Anhörung des Prüflings. Bis zur Entscheidung setzt der Prüfling die Prüfung fort.

(4) Bei Ausschluss von der weiteren Teilnahme gilt die erste Teilprüfung insgesamt als nicht bestanden.

(5) Wird eine schwerwiegende Täuschungshandlung erst nach Ablauf der ersten Teilprüfung festgestellt, kann die Schulaufsichtsbehörde die Prüfung nachträglich für nicht bestanden erklären und das Prüfungszeugnis - gegebenenfalls mit dem Abschlusszeugnis und der Urkunde nach § 51 - einziehen. Dies gilt jedoch nur für einen Zeitraum von drei Jahren ab dem letzten Tag der mündlichen Prüfung.

§ 42
Verschwiegenheitspflicht

Wer bei der Vorbereitung oder Durchführung der ersten Teilprüfung mitwirkt, ist zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Unterabschnitt 2

Zweite Teilprüfung

§ 43

Zweck der zweiten Teilprüfung

Die zweite Teilprüfung schließt den fachpraktischen Ausbildungsabschnitt im Umfang von mindestens 1.500 Stunden ab. Sie dient der Feststellung, ob der Prüfling die in der gesamten Ausbildung erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten unter Beachtung und Anwendung didaktischer Grundsätze und verschiedener Methoden sozialpädagogischer Praxis in die praktische Erziehungsarbeit umsetzen kann. Zugleich ist die zweite Teilprüfung abschließende Voraussetzung zum Erwerb der Fachhochschulreife.

§ 44

Form, Ort und Zeit der zweiten Teilprüfung

(1) Die zweite Teilprüfung besteht aus einer mündlichen Prüfung, die in Form eines Kolloquiums durchgeführt wird. Sie findet in der Regel gegen Ende des Schuljahres, jedoch nicht vor Vollendung des fachpraktischen Ausbildungsabschnitts im Umfang von mindestens 1.500 Stunden, an der jeweiligen Akademie für Erzieher und Erzieherinnen - Fachschule für Sozialpädagogik - statt.

(2) Die Schulaufsichtsbehörde bestimmt die Prüfungstermine. Sie sind den Prüflingen durch die Schulleitung alsbald nach der Festlegung bekannt zu geben.

§ 45

Zulassung und Teilnahme

(1) Zur zweiten Teilprüfung ist zugelassen, wer die erste Teilprüfung bestanden, den fachpraktischen Ausbildungsabschnitt im Umfang von mindestens 1.500 Stunden ordnungsgemäß und vollständig durchlaufen und in dem Bewährungsbericht über die fachpraktische Ausbildung nach § 11 Abs. 6 mindestens die Note „ausreichend“ erhalten hat. Diese Voraussetzungen gelten auch für Praktikanten und Praktikantinnen, die an der ersten Teilprüfung als Schulfremde (§ 20) teilgenommen haben.

(2) Wer die Voraussetzungen nach Absatz 1 erfüllt, nimmt ohne förmliche Anmeldung an der zweiten Teilprüfung teil. Die Vorschriften des § 19 Abs. 4 und 5 finden entsprechende Anwendung; ob ein Prüfling Hinderungsgründe für die Teilnahme an der Prüfung zu vertreten hat, entscheidet die Prüfungskommission.

(3) Im Fall der Nichtzulassung teilt die Schulleitung dies dem Praktikanten oder der Praktikantin unter Angabe der Gründe unverzüglich schriftlich mit. Zugleich bestimmt sie, ob und wie lange die fachpraktische Ausbildung fortzusetzen ist und zu welchem Prüfungstermin der Praktikant oder die Praktikantin an der zweiten Teilprüfung teilnimmt. Liegen auch zu diesem Prüfungstermin die Zulassungsvoraussetzungen nicht vor, so muss der Praktikant oder die Praktikantin aus der Erzieherausbildung endgültig ausscheiden. In besonders begründeten Ausnahmefällen kann die Schulaufsichtsbehörde eine Fortsetzung der Ausbildung gestatten.

§ 46

Prüfungskommission

(1) Die zweite Teilprüfung wird von einer Prüfungskommission abgenommen. Ihr gehören als Mitglieder an:

1.

ein Regierungsbeauftragter als Vorsitzender oder eine Regierungsbeauftragte als Vorsitzende, der/die über die nötige Fachkunde verfügt und von der Schulaufsichtsbehörde bestellt wird,

2.

der Schulleiter oder die Schulleiterin oder dessen/deren ständige Vertreterin/ständiger Vertreter oder eine von der Schulaufsichtsbehörde bestellte fachkundige Lehrkraft der Schule, die nicht die fachpraktische Ausbildung des Prüflings betreut hat,

3.

die für die Betreuung der fachpraktischen Ausbildung der Prüflinge zuständigen Fachlehrkräfte,

4.

eine sozialpädagogische Fachkraft des Landesjugendamtes oder eine vom Landesjugendamt benannte geeignete Fachkraft der Jugendhilfe.

(2) § 29 Abs. 2 findet entsprechende Anwendung.

§ 47

Durchführung der zweiten Teilprüfung

(1) Bei der zweiten Teilprüfung (Kolloquium) kann einzeln oder in Gruppen geprüft werden. Die Prüfungszeit im Kolloquium beträgt in der Regel 20 Minuten je Prüfling. Dem Prüfling wird vor Beginn des Kolloquiums eine Vorbereitungszeit von 30 Minuten gewährt. Die Schulleitung setzt im Einvernehmen mit dem oder der Vorsitzenden der Prüfungskommission den Prüfungsplan fest.

(2) Das Prüfungsgespräch wird von der für die Betreuung der fachpraktischen Ausbildung des Prüflings zuständigen Fachlehrkraft, bei Prüfung in Gruppen von den für die Betreuung der fachpraktischen Ausbildung der beteiligten Prüflinge zuständigen Fachlehrkräften im Wechsel geführt. Die übrigen Mitglieder der Prüfungskommission sind berechtigt, sich in die Prüfung einzuschalten und Prüfungsfragen zu stellen.

(3) Für die Prüfung sind folgende Unterlagen zur Einsicht bereitzuhalten:

1.

die Prüfungslisten der ersten Teilprüfung (§ 23),

2.

die von den sozialpädagogischen Einrichtungen erstellten Beurteilungen über die fachpraktische Ausbildung (§ 11 Abs. 4),

3.

die Erfahrungsberichte (§ 11 Abs. 5),

4.

die Bewährungsberichte (§ 11 Abs. 6).

(4) § 34 Abs. 5 und 6 findet entsprechende Anwendung.

§ 48

Ergebnis der zweiten Teilprüfung

(1) Nach Beendigung der Prüfung setzt die Prüfungskommission in einer Schlusskonferenz auf Vorschlag der für die Betreuung der fachpraktischen Ausbildung des Prüflings zuständigen Fachlehrkraft eine Note nach § 4 für die mündliche Prüfungsleistung fest.

(2) Die Prüfungskommission stellt in der Schlusskonferenz sodann fest, ob die zweite Teilprüfung bestanden oder nicht bestanden ist. Die Prüfung ist bestanden, wenn die mündliche Prüfungsleistung mit mindestens „ausreichend“ bewertet wurde.

(3) Über die Schlusskonferenz ist eine Niederschrift zu fertigen, die von allen Mitgliedern der Prüfungskommission unterzeichnet und mit dem Siegel der Schule, bei Schulen in freier Trägerschaft mit deren Stempel, versehen wird.

(4) § 36 Abs. 4 findet entsprechende Anwendung.

§ 49

Wiederholung der zweiten Teilprüfung

(1) Eine bestandene zweite Teilprüfung kann nicht wiederholt werden.

(2) Wer die zweite Teilprüfung nicht bestanden hat oder wessen Prüfung nach den Vorschriften des § 19 Abs. 4 oder des § 41 als nicht bestanden gilt, kann sie in der Regel einmal, und zwar frühestens zum nächsten allgemeinen Prüfungstermin, wiederholen. Die Prüfungskommission bestimmt, ob und wie lange die fachpraktische Ausbildung fortzusetzen ist.

(3) In besonders begründeten Ausnahmefällen kann die Schulaufsichtsbehörde eine zweite Wiederholung der Prüfung gestatten und zugleich bestimmen, ob und in welchem Umfang eine weitere Fortsetzung der fachpraktischen Ausbildung erforderlich ist.

§ 50

Täuschungsversuche, Ordnungsverstöße, Verschwiegenheitspflicht

Die Vorschriften der §§ 41 und 42 finden auf die zweite Teilprüfung entsprechende Anwendung; Entscheidungen bei Täuschungsversuchen und Ordnungsverstößen trifft die Prüfungskommission.

§ 51

Abschlusszeugnis mit Fachhochschulreife, Urkunde über die Berufsbezeichnung

(1) Wer die zweite Teilprüfung bestanden hat, erhält ein Abschlusszeugnis (Anlage 5) und ist berechtigt, die Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannter Erzieher/Staatlich anerkannte Erzieherin“ zu führen. Hierüber wird von der Schulaufsichtsbehörde eine Urkunde (Anlage 6) ausgestellt.

(2) Das Abschlusszeugnis enthält die Prüfungsnote (§ 48 Abs. 1) und die Note des Bewährungsberichts (§ 11 Abs. 6). Es bestätigt zudem den Erwerb der Fachhochschulreife, soweit der Zeugnisinhaber oder die Zeugnisinhaberin nicht bereits über diesen Bildungsstand verfügt. Die entsprechende Zeugniseintragung lautet:

„Dieses Zeugnis bestätigt aufgrund der erfolgreich abgelegten Abschlussprüfung der Fachschule für Sozialpädagogik in Verbindung mit dem Zeugnis über die erste Teilprüfung den Erwerb der Fachhochschulreife. Entsprechend der Vereinbarung über den Erwerb der Fachhochschulreife in beruflichen Bildungsgängen - Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 05. Juni 1998 in seiner jeweiligen Fassung - berechtigt dieses Zeugnis in allen Ländern in der Bundesrepublik Deutschland zum Studium an Fachhochschulen.“

(3) Das Abschlusszeugnis ist von dem oder der Vorsitzenden der Prüfungskommission und dem Schulleiter oder der Schulleiterin zu unterzeichnen, mit dem Siegel der Schulaufsichtsbehörde und mit dem Siegel der Schule, bei Schulen in freier Trägerschaft mit deren Stempel, zu versehen. Ausfertigungsdatum ist der Tag der Schlusskonferenz.

§ 52

Bescheinigung über die fachpraktische Ausbildung

Wer die zweite Teilprüfung nicht bestanden hat oder wessen Prüfung nach den Vorschriften des § 19 Abs. 4 oder des § 41 als nicht bestanden gilt, erhält auf Antrag eine Bescheinigung über die abgeleistete fachpraktische Ausbildung.

Abschnitt IV

Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

§ 53

Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

Für die Feststellung der Gleichwertigkeit einer im Ausland erworbenen Berufsqualifikation mit der Qualifikation eines „Staatlich anerkannten Erziehers“ oder einer „Staatlich anerkannten Erzieherin“ gelten die Vorschriften des Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes Saarland vom 16. Oktober 2012 (Amtsbl. I S. 437), geändert durch das Gesetz vom 11. November 2015 (Amtsbl. I S. 878), in der jeweils geltenden Fassung. Die Entscheidung über die Anerkennung trifft die Schulaufsichtsbehörde auf Vorschlag des Landesjugendamtes. Der Anpassungslehrgang oder die Eignungsprüfung können von der Schulaufsichtsbehörde nach Lage des Einzelfalls geregelt werden.

Abschnitt V

Schlussvorschriften

§ 54

Inkrafttreten, Außerkrafttreten

(1) Diese Verordnung tritt am 1. August 2005 mit der Maßgabe in Kraft, dass sich die vorangehende Durchführung eines beruflichen Vorpraktikums mit begleitendem Vorbereitungskurs (§ 6) als Voraussetzung für eine zum 1. August 2005 angestrebte Aufnahme in eine Akademie für Erzieher und Erzieherinnen - Fachschule für Sozialpädagogik - sowie die weiteren Aufnahmevoraussetzungen, das Aufnahmeverfahren und ein erforderlichenfalls durchzuführendes Auswahlverfahren für einen Schuleintritt zum 1. August 2005 bereits nach den Vorschriften dieser Verordnung richten. Das Gleiche gilt für die Anerkennung von EU-/EWR-Befähigungsnachweisen (§ 53).

(2) Zugleich tritt die Verordnung - Schul- und Prüfungsordnung - über die Ausbildung und Prüfung von Erziehern an den Fachschulen für Sozialpädagogik im Saarland (APO-FSP) vom 23. Juli 1984 (Amtsbl. S. 718), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 31. März 2004 (Amtsbl. S. 1037), außer Kraft.

(3) Die Verordnung - Schulordnung - über die Aufnahme in Fachoberschulen (Fachbereiche Ingenieurwesen, Design, Sozialwesen) und in Fachschulen für Sozialpädagogik (Fachbereich Erzieher) im Saarland (Aufnahmeordnung Fachoberschulen/Fachschulen für Sozialpädagogik: AO-FOS/FSP) vom 29. Februar 1980 (Amtsbl. S. 615), geändert durch das Gesetz vom 26. Januar 1994 (Amtsbl. S. 509), tritt am 1. August 2004 außer Kraft. Nachrückverfahren für einen Schulplatz zum Schuljahr 2004/2005, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen sind oder nach diesem Zeitpunkt noch erforderlich werden, richten sich nach den bisherigen Vorschriften.

§ 55

Übergangsregelung

(1) Eine vor dem 1. August 2013 an einer Fachschule für Sozialpädagogik begonnene Ausbildung zum Erzieher oder zur Erzieherin wird bis zur Beendigung des fachtheoretischen Ausbildungsabschnitts einschließlich der ersten Teilprüfung, längstens bis zum 31. Juli 2015, nach den bisherigen Vorschriften fortgeführt. Die Möglichkeit zum Erwerb der Fachhochschulreife richtet sich gleichfalls nach den bisherigen Vorschriften. Der fachpraktische Ausbildungsabschnitt einer Ausbildung nach Satz 1 kann nach den bisherigen Vorschriften oder nach den Vorschriften dieser Verordnung in der ab dem 1. August 2013 geltenden Fassung durchgeführt und abgeschlossen werden.

(2) Absatz 1 gilt nicht für den begleitenden Vorbereitungskurs im Rahmen eines beruflichen Vorpraktikums nach § 6 dieser Verordnung.

Anlage 1

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Anlage 2

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Anlage 3

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Anlage 4

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Anlage 5

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Anlage 6

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