7123-6

Verordnung
über die Durchführung der Abschluss- und Zwischenprüfungen
in dem Ausbildungsberuf Hauswirtschafterin/Hauswirtschafter

Vom 19. Mai 1982
zuletzt geändert durch die Verordnung vom 16. Juli 2015 (Amtsbl. I S. 484)

Fundstelle: Amtsblatt 1982, S. 465



Änderungsdaten

1.

geändert durch Verordnung vom 31. Januar 1986 (Amtsbl. S. 177)

2.

geändert durch Verordnung vom 24. Februar 1994 (Amtsbl. S. 607) iVm der Anlage Nr. 692 zum Gesetz Nr. 1327 vom 26. Januar 1994 (Amtsbl. S. 509)

3.

geändert durch Verordnung vom 17. Juni 2001 (Amtsbl. S. 1338)

4.

geändert durch Verordnung vom 24. Januar 2006 (Amtsbl. S. 174)

5.

geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom 16. Juli 2013 (Amtsbl. S. 214)

6.

§ 23 geändert, Anlagen 1 und 2 neu gefasst durch Artikel 3 der Verordnung vom 16.07.2015 (Amtsbl. I S. 484)

Auf Grund der §§ 41 Satz 1, 44 und 58 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) vom 14. August 1969 (BGBl. I S. 1112), zuletzt geändert durch Gesetz vom 23. Dezember 1981 (BGBl. I S. 1692) [1], in Verbindung mit § 1 der Verordnung über die Bestimmung der zuständigen Stelle für die Berufsbildung in der Hauswirtschaft vom 29. Oktober 1981 (BGBl. I S. 1168) [2] und in Verbindung mit dem Beschluss des Berufsbildungsausschusses vom 4. Mai 1982 verordnet das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft:

[1]

Das bisherige Berufsbildungsgesetz vom 14. August 1969 wurde durch Art. 8 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931) aufgehoben und durch die Vorschriften des Art. 1 dieses Gesetzes (mit abweichender Paragraphenfolge) ersetzt. Verordnung aufgehoben durch Verordnung vom 19. Oktober 1990 (BGBl. I S. 2274); vgl. jetzt BS-Nr 7123-12 und BS-Nr. 7123-1 (§ 1 Nr. 6).

[2]

Verordnung aufgehoben durch Verordnung vom 19. Oktober 1990 (BGBl. I S. 2274).

I. Abschnitt

Prüfungsausschüsse

§ 1

Errichtung

Für die Abnahme der Prüfungen nach dieser Verordnung errichtet das Ministerium für Bildung und Kultur als zuständige Stelle für die Berufsbildung in der Hauswirtschaft Prüfungsausschüsse ( § 39 Absatz 1 Satz 1 , § 48 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931), zuletzt geändert durch Artikel 24 des Gesetzes vom 20. Dezember 2011 (BGBl. I S. 2854), in der jeweils geltenden Fassung).

§ 2

Zusammensetzung und Berufung

(1) Jeder Prüfungsausschuss besteht aus sechs Mitgliedern. Die Mitglieder müssen für die Prüfungsgebiete sachkundig und für die Mitwirkung im Prüfungswesen geeignet sein ( § 40 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes ).

(2) Dem Prüfungsausschuss gehören als Mitglieder je zwei Beauftragte der Arbeitgeberseite und der Arbeitnehmerseite sowie zwei Lehrkräfte einer beruflichen Schule an. Die Mitglieder haben Stellvertreterinnen oder Stellvertreter ( § 40 Absatz 2 des Berufsbildungsgesetzes ).

(3) Die Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder werden von der zuständigen Stelle längstens für fünf Jahre berufen ( § 40 Absatz 3 Satz 1 des Berufsbildungsgesetzes ).

(4) Die Beauftragten der Arbeitnehmerseite werden auf Vorschlag der im Saarland bestehenden Gewerkschaften und zuständigen selbstständigen Arbeitnehmervereinigungen mit sozial- oder berufspolitischer Zwecksetzung berufen ( § 40 Absatz 3 Satz 2 des Berufsbildungsgesetzes ).

(5) Die Lehrkräfte aus dem Bereich der beruflichen Schulen werden im Einvernehmen mit der Schulaufsichtsbehörde oder der von ihr bestimmten Stelle berufen ( § 40 Absatz 3 Satz 3 des Berufsbildungsgesetzes ).

(6) Werden Mitglieder nicht oder nicht in ausreichender Zahl innerhalb einer von der zuständigen Stelle gesetzten angemessenen Frist vorgeschlagen, so beruft die zuständige Stelle insoweit nach pflichtgemäßem Ermessen ( § 40 Absatz 3 Satz 4 des Berufsbildungsgesetzes ).

(7) Die Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder der Prüfungsausschüsse können auf eigenen Antrag von ihrem Amt entbunden oder nach Anhörung der an ihrer Berufung Beteiligten aus wichtigem Grund von der zuständigen Stelle abberufen werden ( § 40 Absatz 3 Satz 5 des Berufsbildungsgesetzes ).

(8) Die Tätigkeit im Prüfungsausschuss ist ehrenamtlich. Es werden Prüfungshonorare und Entschädigungen gewährt, deren Höhe vom Ministerium für Bildung und Kultur festgesetzt wird ( § 40 Absatz 4 des Berufsbildungsgesetzes ).

(9) Von der Zusammensetzung des Ausschusses nach Absatz 2 darf nur abgewichen werden, wenn anderenfalls die erforderliche Zahl von Mitgliedern des Prüfungsausschusses nicht berufen werden kann ( § 40 Absatz 5 des Berufsbildungsgesetzes ).

§ 3

Ausschluss von der Mitwirkung

(1) Bei der Zulassung zur Prüfung und bei der Prüfung dürfen Prüfungsausschussmitglieder nicht mitwirken, die nach den §§ 20 , 21 des Saarländischen Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 15. Dezember 1976 (Amtsbl. S. 1151), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 16. März 2010 (Amtsbl. I S. 64), in der jeweils geltenden Fassung von der Mitwirkung ausgeschlossen sind.

(2) Personen, die gegenüber Prüfungsbewerberinnen, Prüfungsbewerbern oder Prüflingen Arbeitgeber- oder Ausbilderfunktion haben, sollen, soweit nicht besondere Umstände eine Mitwirkung zulassen oder erfordern, nicht mitwirken.

(3) Prüfungsausschussmitglieder, die sich nach Absatz 1 befangen fühlen, sowie Prüfungsbewerberinnen, Prüfungsbewerber oder Prüflinge, die die Besorgnis der Befangenheit nach Absatz 1 geltend machen wollen, haben dies vor Beginn der Prüfung der zuständigen Stelle mitzuteilen, während der Prüfung dem Prüfungsausschuss.

(4) Die Entscheidung über den Ausschluss von der Mitwirkung trifft die zuständige Stelle, während der Prüfung der Prüfungsausschuss. Die oder der Betroffene hat an dieser Entscheidung des Prüfungsausschusses nicht mitzuwirken. Das ausgeschlossene Mitglied darf bei der weiteren Beratung und Beschlussfassung nicht zugegen sein.

(5) Wenn infolge des Ausschlusses oder der Befangenheit eine ordnungsgemäße Besetzung des Prüfungsausschusses nicht möglich ist, kann die zuständige Stelle die Durchführung der Prüfung einem anderen Prüfungsausschuss, erforderlichenfalls einer anderen zuständigen Stelle übertragen. Das Gleiche gilt, wenn eine ordnungsgemäße Durchführung der Prüfung aus anderen Gründen nicht gewährleistet ist.

§ 4

Vorsitz, Beschlussfähigkeit, Abstimmung

(1) Der Prüfungsausschuss wählt aus seiner Mitte eine Vorsitzende oder einen Vorsitzenden und ein weiteres Mitglied, das den Vorsitz stellvertretend übernimmt. Die oder der Vorsitzende und das sie oder ihn vertretende Mitglied sollen nicht derselben Mitgliedergruppe angehören ( § 41 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes ).

(2) Der Prüfungsausschuss ist beschlussfähig, wenn mindestens vier Mitglieder mitwirken. Er beschließt mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme der oder des Vorsitzenden den Ausschlag ( § 41 Absatz 2 des Berufsbildungsgesetzes ).

(3) Bei einer Entscheidung nach § 11 Absatz 1 Satz 2 und im Fall besonderer Eilbedürftigkeit kann die oder der Vorsitzende die Abstimmung durch eine schriftliche Umfrage herbeiführen. Widerspricht ein Mitglied diesem Verfahren, so muss der Prüfungsausschuss zusammentreten.

§ 5

Geschäftsführung

(1) Die zuständige Stelle regelt im Benehmen mit dem Prüfungsausschuss dessen Geschäftsführung, insbesondere Einladungen, Protokollführung und Durchführung der Beschlüsse.

(2) Die Sitzungsprotokolle sind von der oder dem Vorsitzenden und dem protokollführenden Mitglied zu unterzeichnen. § 22 Absatz 6 und § 26 Absatz 6 Satz 4 bleiben unberührt.

§ 6

Verschwiegenheit

Unbeschadet bestehender Informationspflichten, insbesondere gegenüber dem Berufsbildungsausschuss und der zuständigen Stelle, haben die Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder des Prüfungsausschusses sowie sonstige mit der Prüfung befassten Personen über alle Prüfungsvorgänge Verschwiegenheit zu wahren.

II. Abschnitt

Vorbereitung derAbschlussprüfung

§ 7

Prüfungstermine

(1) Die zuständige Stelle bestimmt im Benehmen mit der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses die für die Durchführung der Prüfung maßgebenden Termine. Diese Termine sollen auf den Ablauf der Berufsausbildung und des Schuljahres abgestimmt sein.

(2) Die zuständige Stelle gibt die Termine und die Anmeldefristen mindestens sechs Wochen vor Beginn der Prüfung bekannt.

§ 8

Zulassungsvoraussetzungen für die Abschlussprüfung

(1) Auszubildende sind zur Abschlussprüfung zuzulassen ( § 43 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes ), wenn:

1.

sie die Ausbildungszeit zurückgelegt haben oder ihre Ausbildungszeit nicht später als zwei Monate nach dem Prüfungstermin endet,

2.

sie an der Zwischenprüfung teilgenommen sowie den vorgeschriebenen schriftlichen Ausbildungsnachweis geführt haben und

3.

ihr Berufsausbildungsverhältnis in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen oder aus einem Grund nicht eingetragen ist, den weder die oder der Auszubildende noch ihre oder seine gesetzliche Vertretungsperson zu vertreten haben.

(2) Behinderte sind zur Abschlussprüfung auch zuzulassen, wenn die Voraussetzungen des Absatzes 1 nicht vorliegen und wenn dies nach Art und Schwere der Behinderung gerechtfertigt ist. Art und Schwere der Behinderung sind nachzuweisen.

§ 9

Zulassungsvoraussetzungen in besonderen Fällen

(1) Die oder der Auszubildende kann nach Anhörung der Ausbildungsstätte und der Berufsschule vor Ablauf der Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihre oder seine Leistungen dies rechtfertigen ( § 45 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes ).

(2) Zur Abschlussprüfung sind Bewerberinnen und Bewerber auch zuzulassen, wenn sie nachweisen, dass sie mindestens das Eineinhalbfache der Zeit, die als Ausbildungszeit vorgeschrieben ist, in dem Beruf der Hauswirtschafterin/des Hauswirtschafters tätig waren. Hiervon kann abgesehen werden, wenn durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft gemacht wird, dass die Bewerberin oder der Bewerber Kenntnisse erworben hat, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigen ( § 45 Absatz 2 des Berufsbildungsgesetzes ).

(3) Zur Abschlussprüfung sind ferner Bewerberinnen und Bewerber zuzulassen, die in einer beruflichen Schule oder einer sonstigen Einrichtung ausgebildet worden sind, wenn diese Ausbildung der Berufsausbildung in dem Ausbildungsberuf Hauswirtschafterin/Hauswirtschafter entspricht ( § 43 Absatz 2 Satz 1 des Berufsbildungsgesetzes ).

§ 10

Anmeldung zur Abschlussprüfung

(1) Die Ausbildungsstätte hat die oder den Auszubildenden mit deren oder dessen Zustimmung innerhalb der Anmeldefrist (§ 7 Absatz 2) und unter Verwendung des vorgeschriebenen Anmeldeformulars bei der zuständigen Stelle anzumelden.

(2) In Fällen des § 9 - und wenn ein Ausbildungsverhältnis nicht mehr besteht - bei Wiederholungsprüfungen kann die Prüfungsbewerberin oder der Prüfungsbewerber selbst den Antrag auf Zulassung zur Prüfung stellen.

(3) Der Anmeldung sind beizufügen:

1.

in den Fällen der §§ 8 und 9 Absatz 1

a)

die Prüfungsbescheinigung über die Teilnahme an der Zwischenprüfung nach § 27 ,

b)

der schriftliche Ausbildungsnachweis,

c)

das letzte Zeugnis der zuletzt besuchten Schule,

d)

gegebenenfalls weitere Ausbildungs- und Tätigkeitsnachweise,

e)

ein tabellarischer Lebenslauf,

f)

gegebenenfalls eine Bescheinigung über Art und Umfang einer Behinderung,

2.

in den Fällen des § 9 Absatz 2 und 3

a)

Tätigkeitsnachweise oder glaubhafte Darlegungen über den Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten im Sinne des § 9 Absatz 2 oder Ausbildungsnachweise im Sinne des § 9 Absatz 3 ,

b)

das letzte Zeugnis der zuletzt besuchten Schule,

c)

gegebenenfalls weitere Ausbildungs- und Tätigkeitsnachweise,

d)

ein tabellarischer Lebenslauf,

e)

gegebenenfalls eine Bescheinigung über Art und Umfang einer Behinderung,

3.

bei Wiederholungsprüfungen der Bescheid gemäß § 24 .

§ 11

Entscheidung über die Zulassung

(1) Über die Zulassung zur Abschlussprüfung entscheidet die zuständige Stelle. Hält sie die Zulassungsvoraussetzungen nicht für gegeben, so entscheidet der Prüfungsausschuss ( § 46 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes ).

(2) Die Entscheidung über die Zulassung ist der Prüfungsbewerberin oder dem Prüfungsbewerber von der zuständigen Stelle mindestens zwei Wochen vor Prüfungsbeginn unter Angabe der Prüfungstage und des Prüfungsorts einschließlich der erlaubten Arbeits- und Hilfsmittel schriftlich mitzuteilen. Auf das Antragsrecht Behinderter nach § 14 Absatz 5 ist dabei hinzuweisen.

(3) Ist die Prüfungsbewerberin oder der Prüfungsbewerber aufgrund gefälschter Unterlagen oder falscher Angaben zur Prüfung zugelassen worden, so kann der Prüfungsausschuss im Benehmen mit der zuständigen Stelle nach Anhörung der Prüfungsbewerberin oder des Prüfungsbewerbers beziehungsweise des Prüflings

1.

bis zum ersten Prüfungstag die Zulassung zurücknehmen,

2.

innerhalb eines Jahres nach dem letzten Prüfungstag in schwerwiegenden Fällen die Prüfung für nicht bestanden erklären.

Ist die Prüfung für nicht bestanden erklärt worden, so hat der Prüfling das Prüfungszeugnis an die zuständige Stelle zurückzugeben.

(4) Die Entscheidung über die Nichtzulassung und Entscheidungen nach Absatz 3 sind schriftlich bekannt zu geben und zu begründen.

III. Abschnitt

Durchführung der Abschlussprüfung

§ 12

Prüfungsgegenstand

Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die Fertigkeiten und Kenntnisse, die in § 4 und in der Anlage zu § 5 (Ausbildungsrahmenplan) der Verordnung über die Berufsausbildung zum Hauswirtschafter/zur Hauswirtschafterin vom 30. Juni 1999 (BGBl. I S. 1495) in der jeweils geltenden Fassung aufgeführt sind. Gegenstand der Abschlussprüfung ist zudem der im Berufsschulunterricht entsprechend dem Rahmenlehrplan zu vermittelnde Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

§ 13

Gliederung der Prüfung

(1) Die Abschlussprüfung gliedert sich in einen praktischen und einen schriftlichen Prüfungsteil. Der schriftliche Teil der Prüfung ist nach Maßgabe des § 21 auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen (mündliche Ergänzungsprüfung), wenn diese für das Bestehen der Abschlussprüfung den Ausschlag geben kann.

(2) Die Prüfungsteile umfassen verschiedene Prüfungsbereiche, denen jeweils einzelne Prüfungsgebiete zugeordnet sind.

§ 14

Prüfungsaufgaben, Prüfungsanforderungen

(1) Der Prüfungsausschuss beschließt nach Maßgabe der Absätze 2 und 3 die Prüfungsaufgaben sowie Musterlösungen und Bewertungshinweise und bestimmt die zulässigen Arbeits- und Hilfsmittel. Er kann dazu von Personen, die nicht Mitglieder des Prüfungsausschusses sind, Vorschläge einholen. Die Vorschläge sind geheim zu halten.

(2) Im praktischen Prüfungsteil soll der Prüfling zeigen, dass er wirtschaftliche und betriebliche Zusammenhänge versteht, die erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse praxisbezogen anwenden und übertragen sowie Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Hygiene, Umweltschutz und Organisation sowie Abläufe betrieblicher Arbeit einbeziehen kann.

Der praktische Prüfungsteil besteht aus zwei komplexen Aufgaben aus den Prüfungsbereichen hauswirtschaftliche Versorgungsleistungen und hauswirtschaftliche Betreuungsleistungen, wobei sich eine Aufgabe auf das betriebliche Einsatzgebiet beziehen muss.

Für die Aufgaben kommen folgende Prüfungsgebiete in Betracht:

1.

für die Aufgabe aus dem betrieblichen Einsatzgebiet

a)

betriebsspezifische Produkt- und Dienstleistungsangebote,

b)

Kundenorientierung und Marketing,

c)

spezifische Betriebsräume und Betriebseinrichtungen;

2.

für die weitere Aufgabe

a)

Beurteilen von Betriebsräumen und Betriebseinrichtungen,

b)

Zubereiten von Speisen und Service,

c)

Reinigen und Pflegen von Räumen,

d)

Gestalten von Räumen oder des Wohnumfeldes,

e)

Reinigen und Pflegen von Textilien,

f)

Bewirtschaften von Vorräten,

g)

Hilfe leisten bei Alltagsverrichtungen,

h)

Motivieren und Beschäftigen von Personen, Gespräche führen;

davon sind mindestens drei Prüfungsgebiete zu berücksichtigen.

Die Prüfungsaufgaben sind dem Prüfling so rechtzeitig mitzuteilen, dass ihm für die Planung mindestens ein Arbeitstag zur Verfügung steht. Für die selbstständige Durchführung der Aufgaben, die Kontrolle der Arbeitsergebnisse und das zur Erläuterung der Aufgaben jeweils zu führende Prüfungsgespräch stehen insgesamt höchstens sechs Zeitstunden zur Verfügung.

(3) Der schriftliche Prüfungsteil besteht aus je einer Aufsichtsarbeit (schriftliche Prüfungsarbeit) in den Prüfungsbereichen hauswirtschaftliche Versorgungsleistungen, hauswirtschaftliche Betreuungsleistungen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Hierfür kommen Fragen und Aufgaben, die praxisbezogene Fälle berücksichtigen sollen, aus folgenden Prüfungsgebieten in Betracht:

1.

Prüfungsbereich hauswirtschaftliche Versorgungsleistungen:

a)

Speisenzubereitung und Service,

b)

Reinigen und Pflegen von Räumen,

c)

Gestalten von Räumen und des Wohnumfeldes,

d)

Reinigen und Pflegen von Textilien,

e)

Vorratshaltung und Warenwirtschaft.

Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er unter Berücksichtigung von Arbeitsorganisation und betrieblichen Abläufen Betriebseinrichtungen planen und beurteilen, Leistungen kalkulieren und abrechnen kann sowie die wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhänge dieser Bereiche versteht (Bearbeitungszeit: 90 Minuten).

2.

Prüfungsbereich hauswirtschaftliche Betreuungsleistungen:

a)

Gesprächsführung mit Einzelpersonen und Gruppen,

b)

Motivation und Beschäftigung der zu betreuenden Personen,

c)

Hilfeleistung bei Alltagsverrichtungen.

Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er unter Einbeziehung von Bedarf und Ansprüchen zu betreuender Personen, der rechtlichen Rahmenbedingungen, der Planung und Beurteilung von Betreuungsleistungen sowie von Arbeitsorganisation, betrieblichen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhängen Aufgaben lösen kann (Bearbeitungszeit: 90 Minuten).

3.

Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt (Bearbeitungszeit: eine Zeitstunde).

Bei den Prüfungsbereichen hauswirtschaftliche Versorgungsleistungen und hauswirtschaftliche Betreuungsleistungen sind Umweltschutz, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Hygiene und qualitätssichernde Maßnahmen in die Aufgabenstellung mit einzubeziehen.

(4) Die Prüfungsaufgaben des schriftlichen Prüfungsteils sind getrennt, in verschlossenen Umschlägen aufzubewahren. Sie dürfen erst am Prüfungstag im Prüfungsraum in Gegenwart der Prüflinge geöffnet werden.

(5) Behinderten Prüflingen sind auf ihren Antrag die ihrer Behinderung angemessenen Erleichterungen zu gewähren. Der Antrag ist so rechtzeitig zu stellen, dass der Prüfungsausschuss über die angemessenen Erleichterungen entscheiden und sie vorbereiten kann.

§ 15

Nichtöffentlichkeit

Die Prüfungen sind nicht öffentlich. Vertreterinnen und Vertreter der zuständigen Stelle sowie Mitglieder und stellvertretende Mitglieder des Berufsbildungsausschusses können anwesend sein. Der Prüfungsausschuss kann im Einvernehmen mit der zuständigen Stelle und den Prüflingen andere Personen als Gäste zulassen. An der Beratung über das Prüfungsergebnis dürfen nur die Mitglieder des Prüfungsausschusses teilnehmen.

§ 16

Leitung, Aufsicht und Niederschrift

(1) Die Prüfung wird unter Leitung der oder des Vorsitzenden vom Prüfungsausschuss abgenommen.

(2) Für den schriftlichen Prüfungsteil regelt die zuständige Stelle im Einvernehmen mit der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses die Aufsichtsführung, die sicherstellen soll, dass die Prüflinge die Arbeiten selbstständig und nur mit den erlaubten Arbeits- und Hilfsmitteln ausführen. Über den Ablauf des schriftlichen und praktischen Prüfungsteils ist jeweils eine Niederschrift zu fertigen.

§ 17

Ausweispflicht und Belehrung

Die Prüflinge haben sich auf Verlangen der oder des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses oder der Prüfungsaufsicht über ihre Person auszuweisen. Sie sind vor Beginn der Prüfung über den Prüfungsablauf, die zur Verfügung stehende Zeit, die erlaubten Arbeits- und Hilfsmittel, die Folgen von Täuschungshandlungen, Täuschungsversuchen und Ordnungsverstößen zu belehren.

§ 18

Täuschungshandlungen und Ordnungsverstöße

(1) Täuscht ein Prüfling oder versucht er zu täuschen, so teilt die Prüfungsaufsicht dies der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses mit. Der Prüfling darf jedoch an dem betreffenden Prüfungsteil bis zu dessen Ende teilnehmen. Stört ein Prüfling den Prüfungsablauf erheblich, so kann ihn die Prüfungsaufsicht beziehungsweise die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses von der Prüfung vorläufig ausschließen.

(2) Über die Folgen einer Täuschung, eines Täuschungsversuchs oder eines Ordnungsverstoßes entscheidet der Prüfungsausschuss im Benehmen mit der zuständigen Stelle nach Anhörung des Prüflings. Der Prüfungsausschuss kann nach der Schwere der Täuschungshandlung oder des Ordnungsverstoßes die Wiederholung einer oder mehrerer Prüfungsarbeiten anordnen, eine oder mehrere Prüfungsarbeiten mit dem Punktwert 0 bewerten oder in besonders schwerwiegenden Fällen die Prüfung für nicht bestanden erklären.

(3) Wird eine Täuschungshandlung erst nach Abschluss der Prüfung bekannt, so kann der Prüfungsausschuss in besonders schweren Fällen innerhalb eines Jahres nach Abschluss der Prüfung im Benehmen mit der zuständigen Stelle nach Anhörung des Prüflings die Prüfung für nicht bestanden erklären. § 11 Absatz 3 und 4 gilt entsprechend.

§ 19

Rücktritt, Nichtteilnahme

(1) Die Prüfungsbewerberin oder der Prüfungsbewerber kann nach erfolgter Anmeldung rechtzeitig vor Beginn der Prüfung durch schriftliche Erklärung gegenüber der zuständigen Stelle zurücktreten. In diesem Fall gilt die Prüfung als nicht abgelegt.

(2) Tritt der Prüfling nach Beginn der Prüfung zurück, so gilt die Prüfung nur dann als nicht abgelegt, wenn ein wichtiger Grund für den Rücktritt (insbesondere Krankheit) vorliegt; bereits erbrachte, in sich abgeschlossene Prüfungsleistungen können anerkannt werden.

(3) Nimmt die Prüfungsbewerberin oder der Prüfungsbewerber ohne vorherige schriftliche Erklärung an der Prüfung nicht teil, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt, so gilt die Prüfung als nicht bestanden. Das Gleiche gilt für den Prüfling, der ohne wichtigen Grund nach Beginn der Prüfung zurücktritt oder an einzelnen Prüfungsteilen oder Prüfungsarbeiten nicht teilnimmt.

(4) Die Entscheidung über das Vorliegen eines wichtigen Grundes und über den Umfang der anzuerkennenden Prüfungsleistungen trifft der Prüfungsausschuss im Benehmen mit der zuständigen Stelle nach Anhörung der Prüfungsbewerberin oder des Prüfungsbewerbers beziehungsweise des Prüflings.

IV. Abschnitt

Bewertung, Feststellung und Beurkundung des Prüfungsergebnisses

§ 20

Bewertung

(1) Die Arbeiten des praktischen Prüfungsteils werden jeweils von mindestens zwei von der oder dem Vorsitzenden bestimmten Mitgliedern des Prüfungsausschusses selbstständig und unabhängig voneinander beurteilt und bewertet.

(2) Die schriftlichen Prüfungsarbeiten werden jeweils von zwei von der oder dem Vorsitzenden bestimmten Mitgliedern des Prüfungsausschusses selbstständig und unabhängig voneinander beurteilt und bewertet.

(3) Bei den schriftlichen Prüfungsarbeiten sind nicht nur die Richtigkeit der Lösung, sondern auch die äußere Form der Arbeit, deren Gliederung, die Art der Begründung, die Klarheit der Darstellung, die Rechtschreibung und die Gewandtheit des Ausdrucks zu bewerten. In den Prüfungsarbeiten sind keinerlei Hinweise und Vermerke zulässig. Über die Bewertung sind gesonderte Aufzeichnungen zu erstellen; diese gehören zu den Prüfungsunterlagen.

(4) Die Leistungen in der mündlichen Ergänzungsprüfung werden von jedem der anwesenden Mitglieder des Prüfungsausschusses selbstständig und unabhängig voneinander beurteilt und bewertet.

(5) Für die Bewertung der Prüfungsleistungen gelten folgende Notenstufen und Punktzahlen:

  • eine den Anforderungen in besonderem Maße entsprechende Leistung

  • = 100 bis 92 Punkte = Note 1 = sehr gut,

  • eine den Anforderungen voll entsprechende Leistung

  • = unter 92 bis 81 Punkte = Note 2 = gut,

  • eine den Anforderungen im Allgemeinen entsprechende Leistung

  • = unter 81 bis 67 Punkte = Note 3 = befriedigend,

  • eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen noch entspricht

  • = unter 67 bis 50 Punkte = Note 4 = ausreichend,

  • eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen lässt, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind

  • = unter 50 bis 30 Punkte = Note 5 = mangelhaft,

  • eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht und bei der selbst die Grundkenntnisse lückenhaft sind

  • = unter 30 bis 0 Punkte = Note 6 = ungenügend.

(6) Zur Ermittlung der durchschnittlichen Punktzahl für jede Prüfungsleistung ist die Summe der erzielten Punkte durch die Zahl der jeweiligen Prüferinnen oder Prüfer zu teilen. Ergeben sich hierbei Bruchteile von Punkten, so ist die erste Stelle nach dem Komma bis 4 nach unten, ab 5 nach oben auf volle Punkte zu runden.

§ 21

Mündliche Ergänzungsprüfung

(1) Sind im schriftlichen Prüfungsteil in bis zu zwei Prüfungsbereichen Prüfungsleistungen mit mangelhaft und in den übrigen Prüfungsbereichen mit mindestens ausreichend bewertet worden, so findet auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einem der mit mangelhaft bewerteten Prüfungsbereiche eine mündliche Ergänzungsprüfung von etwa 15 Minuten Dauer statt, wenn diese für das Bestehen der Abschlussprüfung den Ausschlag geben kann. Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen.

(2) Über den Verlauf der mündlichen Ergänzungsprüfung ist eine Niederschrift zu fertigen.

§ 22

Feststellung des Prüfungsergebnisses

(1) Im Anschluss an die letzte Prüfungsleistung stellt der Prüfungsausschuss das Ergebnis des praktischen Prüfungsteils, das Ergebnis des schriftlichen Prüfungsteils - gegebenenfalls unter Einbeziehung des Ergebnisses der mündlichen Ergänzungsprüfung - und das Gesamtergebnis der Abschlussprüfung fest.

(2) Das Ergebnis des praktischen Prüfungsteils wird ermittelt, indem die Summe der als Leistungsbewertung in jeder der beiden Aufgaben erzielten durchschnittlichen, nicht gerundeten Punktzahlen durch zwei geteilt wird. § 20 Absatz 6 Satz 2 gilt entsprechend.

(3) Das Ergebnis des schriftlichen Prüfungsteils wird ermittelt, indem die als Leistungsbewertung in jeder der drei schriftlichen Prüfungsarbeiten erzielten durchschnittlichen, nicht gerundeten Punktzahlen zu einem rechnerischen Durchschnitt zusammengefasst werden; hierbei ist die Bewertung im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde einfach, die Bewertung in den beiden anderen Prüfungsbereichen jeweils doppelt zu gewichten. Im Fall einer mündlichen Ergänzungsprüfung in einem Prüfungsbereich ist zuvor aus den Ergebnissen (durchschnittliche, nicht gerundete Punktzahlen) der schriftlichen Prüfungsarbeit und der mündlichen Ergänzungsprüfung im Gewichtungsverhältnis zwei zu eins der rechnerische Durchschnitt zu ermitteln.

§ 20 Absatz 6 Satz 2 gilt entsprechend.

(4) Das Gesamtergebnis der Abschlussprüfung wird als rechnerischer Durchschnitt aus den gleichgewichteten, nicht gerundeten Ergebnissen des praktischen und des schriftlichen Prüfungsteils ermittelt und mit einer Note gemäß § 20 Absatz 5 als Gesamtnote bezeichnet. § 20 Absatz 6 Satz 2 gilt entsprechend.

(5) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im schriftlichen Prüfungsteil sowie innerhalb des schriftlichen Prüfungsteils in mindestens zwei der drei Prüfungsbereiche mindestens ausreichende Leistungen erbracht worden sind. Werden die Prüfungsleistungen in einer der beiden Aufgaben des praktischen Prüfungsteils oder in einem der drei Prüfungsbereiche des schriftlichen Prüfungsteils mit ungenügend bewertet, so ist die Abschlussprüfung nicht bestanden.

(6) Über die Feststellung der einzelnen Prüfungsergebnisse und des Gesamtergebnisses ist eine Niederschrift zu fertigen. Sie ist von den Mitgliedern des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen.

(7) Der Prüfungsausschuss teilt dem Prüfling am Tag der letzten Prüfungsleistung mit, ob er die Abschlussprüfung bestanden oder nicht bestanden hat. Hierüber ist dem Prüfling unverzüglich eine von der oder dem Vorsitzenden zu unterzeichnende Bescheinigung auszuhändigen. Als Termin des Bestehens oder Nichtbestehens gilt der Tag der letzten Prüfungsleistung.

§ 23

Prüfungszeugnis

(1) Über die bestandene Prüfung erhält der Prüfling von der zuständigen Stelle ein Zeugnis nach Anlage 1 ( § 37 Absatz 2 Satz 1 des Berufsbildungsgesetzes ). Auf dem Zeugnis ist die Zuordnung des Abschlusses zu der entsprechenden Niveaustufe des Deutschen und Europäischen Qualifikationsrahmens auszuweisen.

(2) Das Prüfungszeugnis enthält:

1.

die Bezeichnung „Prüfungszeugnis nach § 37 des Berufsbildungsgesetzes ”,

2.

die Personalien des Prüflings,

3.

die Bezeichnung des Ausbildungsberufs,

4.

die Ergebnisse des praktischen und des schriftlichen Prüfungsteils und das Gesamtergebnis,

5.

das Datum des Bestehens der Prüfung,

6.

die Unterschriften der oder des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses und einer Vertreterin oder eines Vertreters der zuständigen Stelle,

7.

das Siegel des Ministeriums für Bildung und Kultur.

§ 24

Nicht bestandene Abschlussprüfung

Bei nicht bestandener Prüfung erhalten der Prüfling, seine gesetzliche Vertretungsperson sowie die Ausbildungsstätte von der zuständigen Stelle einen schriftlichen Bescheid. Darin ist anzugeben, inwieweit ausreichende Leistungen nicht erbracht worden sind. Auf die Möglichkeit der Wiederholungsprüfung (§ 25) ist hinzuweisen.

V. Abschnitt

§ 25

Wiederholungsprüfung

(1) Eine nicht bestandene Abschlussprüfung kann zweimal wiederholt werden ( § 37 Absatz 1 Satz 2 BBiG).

(2) Die Prüfung kann frühestens zum nächsten Prüfungstermin wiederholt werden. § 10 findet Anwendung.

(3) Hat der Prüfling bei nicht bestandener Prüfung in einer Aufgabe des praktischen Prüfungsteils oder in einem Prüfungsbereich des schriftlichen Prüfungsteils mindestens ausreichende Leistungen erbracht, so ist diese Aufgabe oder dieser Prüfungsbereich auf Antrag des Prüflings nicht zu wiederholen, wenn er spätestens innerhalb von zwei Jahren seit dem Tag des Nichtbestehens an der Wiederholungsprüfung teilnimmt.

VI. Abschnitt

Zwischenprüfung

§ 26

Zweck, Gegenstand und Durchführung

(1) Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes ist eine Zwischenprüfung durchzuführen. Sie soll vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden. Die §§ 7 und 10 Absatz 1 gelten sinngemäß.

(2) Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf die im Ausbildungsrahmenplan nach § 5 der Verordnung über die Berufsausbildung zum Hauswirtschafter/zur Hauswirtschafterin für das erste Ausbildungsjahr und das dritte Ausbildungshalbjahr (18 Ausbildungsmonate) aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht entsprechend dem Rahmenlehrplan zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

(3) Die Zwischenprüfung besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil.

(4) Im praktischen Prüfungsteil sind in insgesamt höchstens drei Zeitstunden zwei Aufgaben zu bearbeiten und jeweils in einem Prüfungsgespräch zu erläutern. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Arbeiten planen, durchführen und die Ergebnisse kontrollieren sowie Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Hygiene, Umweltschutz, Arbeitsorganisation und qualitätssichernde Maßnahmen sowie Wirtschaftlichkeit und Kundenorientierung einbeziehen kann.

Für die Prüfungsaufgaben kommen in Betracht:

1.

Reinigen und Pflegen von Maschinen, Geräten, Gebrauchsgütern und Betriebseinrichtungen,

2.

Speisenzubereitung und Service,

3.

Vorratshaltung und Warenwirtschaft,

4.

Reinigen und Pflegen von Räumen oder Textilien.

(5) Im schriftlichen Prüfungsteil sind in insgesamt eineinhalb Zeitstunden praxisbezogene Aufgaben zu bearbeiten. Hierfür kommen in Betracht:

1.

Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes,

2.

Arbeitsorganisation, betriebliche Abläufe, wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge,

3.

Betriebsräume und Betriebseinrichtungen,

4.

Speisenzubereitung und Service,

5.

Reinigen und Pflegen von Räumen oder Textilien,

6.

Vorratshaltung und Warenwirtschaft.

Dabei sollen Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz, zur Hygiene sowie qualitätssichernde Maßnahmen einbezogen werden.

(6) Der für die Durchführung von Abschlussprüfungen errichtete Prüfungsausschuss ist auch für die Zwischenprüfung zuständig. § 14 Absatz 1, §§ 15 bis 18 und § 20 gelten sinngemäß. Die beiden Aufgaben des praktischen Prüfungsteils werden nach § 20 Absatz 1, 5 und 6 Satz 1 bewertet. Die Summe der als Leistungsbewertung in jeder der beiden Aufgaben erzielten durchschnittlichen nicht gerundeten Punktzahlen wird durch zwei geteilt. Ergeben sich hierbei Bruchteile von Punkten, gilt § 20 Absatz 6 Satz 2 entsprechend. Die schriftliche Prüfungsarbeit wird nach § 20 Absatz 2, 3, 5 und 6 bewertet. Aufgrund der Bewertung des praktischen Prüfungsteils nach Satz 3 bis 5 und des schriftlichen Prüfungsteils nach Satz 6 wird der jeweilige Ausbildungsstand ermittelt. Hierüber ist eine Niederschrift zu fertigen, die von den Mitgliedern des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen ist.

§ 27

Prüfungsbescheinigung

Über die Zwischenprüfung erhalten die oder der Auszubildende, ihre oder seine gesetzliche Vertretungsperson und die Ausbildungsstätte eine Prüfungsbescheinigung nach Anlage 2 .

VII. Abschnitt

Schlussbestimmungen

§ 28

Rechtsbehelfe

Entscheidungen im Abschlussprüfungsverfahren, die der Prüfungsbewerberin oder dem Prüfungsbewerber beziehungsweise dem Prüfling schriftlich zu eröffnen sind, sind mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.

§ 29

Prüfungsunterlagen

(1) Auf Antrag ist dem Prüfling und seiner gesetzlichen Vertretungsperson oder einer oder einem von ihm oder ihr Bevollmächtigten nach Abschluss der Prüfung Einsicht in seine Prüfungsunterlagen zu gewähren. Die Anmeldungen und die schriftlichen Prüfungsarbeiten sind bei der zuständigen Stelle drei Jahre, die Niederschriften nach § 22 Absatz 6 zehn Jahre aufzubewahren. Der Ablauf der vorgenannten Fristen wird durch die Einlegung eines Rechtsmittels gehemmt.

(2) Die Aufbewahrung kann auch elektronisch erfolgen. Landesrechtliche Vorschriften zum Archivieren bleiben unberührt.

§ 30

In-Kraft-Treten [4]

Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung in Kraft.

[4]

Für die Änderungsverordnung vom 17. Juni 2001 gelten folgende Übergangsbestimmungen: „(1) Diese Verordnung tritt am 1. August 2001 in Kraft. (2) Auf Berufsausbildungsverhältnisse, auf die die Verordnung über die Berufsausbildung zum Hauswirtschafter/zur Hauswirt-schafterin vom 14. August 1979 (BGBl. I S. 1435) weiter anzuwenden ist, finden die Vorschriften der nach Artikel 1 geänderten Verordnung in ihrer bisherigen Fassung Anwendung, es sei denn, die Vertragsparteien vereinbaren deren Anwendung in der nach dieser Verordnung geänderten Fassung.“

Anlage 1

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Anlage 2

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